Neues Volksblatt: "Ohne Rote" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 11. März 2009

Linz (OTS) - Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein SPÖ-Bundeskanzler, der sich nicht zuletzt zur Absicherung seiner innerparteilichen Macht die von Alfred Gusenbauer vergraulten roten Gewerkschafter wieder angelacht hat, richtet einer ganzen Berufsgruppe aus, dass man dienstrechtliche Änderungen notfalls auch ohne Einigung mit der Gewerkschaft durchdrücken werde. Aber was soll's: Schließlich hat auch der frühere ÖGB-Präsident und nunmehrige Sozialminister Rudolf Hundstorfer nicht mit der Wimper gezuckt, als seine Regierungskollegin Claudia Schmied über die Lehrer drübergefahren ist. Dass es bei dieser Vorgangsweise den Lehrergewerkschaftern die Haare aufstellt, ist wohl legitim.
Aber der von Schmied vom Zaun gebrochene Lehrerstreit ist nur eine Facette in den ersten 100 Tagen der Koalition. Mindestens ebenso bemerkenswert ist, wie wenig etwa die rote Infrastrukturministerin mit der Post zu tun haben will. Sie macht das so gut, dass ihr oberösterreichischer Genosse Erich Haider nicht einmal auf die Idee kommt, seine Forderungen in Bezug auf die Postamtsschließungen an die eigentlich zuständige Frau Bures zu adressieren.
Fazit: Wir haben eine Koalition, aber ohne die Roten, sozusagen.

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