Falter: Wirbel rund um Wiener Handymasten

Beteiligte zweifeln Strahlengrenzwert an - möglicher Interessenskonflikt bei beteiligten Firmen

Wien (OTS) - Aufregung gibt es laut einem Bericht der Wiener Wochenzeitung "Falter" rund um die Aufstellung von Handymasten auf Wiener Gemeindebauten. Im Jahr 2000 führte der ehemalige SP-Wohnbaustadtrat Werner Faymann einen Vorsorgewert von 10mw/qm auf städtischen Gebäuden ein, um möglichen Gesundheitsschäden durch Handystrahlung vorzubeugen. Der Wert sei in Verträgen mit den Mobilfunkbetreibern festgeschrieben, sagte Faymann, bei Überschreitung sei eine Demontage der Anlage möglich.

Dem "Falter" liegen nun zwei Stellungnahmen vor, die die Rechtswirksamkeit und die Existenz dieser Verträge anzweifeln. Sie stammen von der Volksanwaltschaft und dem Mobilfunkanbieter Orange. Laut einem Orange-Mitarbeiter gebe es "keinen Vertrag mit der Gemeinde, in der ein Grenzwert festgeschrieben ist".

Die Gemeinde dementiert. Hintergrund der Debatte um den Vorsorgewert könnte laut Kritikern ein Firmengeflecht sein, über das die Aufstellung von Handymasten auf Wiener Gemeindebauten abgewickelt wird. Die Bewilligungen dafür vergibt seit 2000 die Firma Telereal GmbH. Sie gehört zur Hälfte der Stadt Wien und den Stadtwerken. Die andere Hälfte hält das Elektromontagunternehmen Fleck, das sich laut Homepage auch mit "Mobilfunk" beschäftigt. Telereal und Fleck haben im selben Gebäude ihren Sitz. Die geschäftlichen Verbindungen zwischen Fleck und der Gemeinde waren schon 1999 vom Wiener Kontrollamt im Rahmen des Wiener U-Bahn-Baus kritisiert worden.

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