350 Greenpeace-Aktivisten blockieren Ratsgebäude in Brüssel

EU-Finanzminister müssen Soforthilfe gegen Klimawandel leisten

Wien/Brüssel (OTS) - Rund 350 Greenpeace-Aktivisten aus vierzig Ländern haben beim heutigen EU-Finanzministertreffen in Brüssel eine geschlossene Menschenkette gebildet und so das Ratsgebäude blockiert. Die Umweltschutzorganisation verlangt von den Finanzministern die sofortige Unterstützung aller bereits vom Klimawandel Betroffenen.

"Die Auswirkungen des Klimawandels treffen vor allem die Ärmsten der Armen. Während für diverse Bankenrettungen in kürzester Zeit Milliarden von Euro bereit gestellt wurden, haben die Opfer des Klimawandel einmal mehr das Nachsehen", kritisiert der Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. "Wäre die Welt eine Bank, hätte man ihr längst schon zu helfen begonnen", so der österreichische Klimaexperte der Umweltschutzorganisation.

Der Großteil der Bevölkerung in den Entwicklungsländern lebt noch immer von der Landwirtschaft. Und gerade diese Menschen sind den Folgen des Klimawandels - so etwa Verknappung des Trinkwassers, Ausweitung von Dürreperioden oder kontinuierlich wieder kehrenden Ernteausfällen - schutzlos ausgeliefert. "Der gesamte afrikanische Kontinent sowie viele kleine Inselstaaten im Südpazifik und im Indischen Ozean stehen den Auswirkungen des Klimawandels völlig machtlos gegenüber", erläutert Schinerl.

Das Beispiel der Malediven zeigt die Dramatik der gegenwärtigen Situation deutlich auf: Achtzig Prozent der Landfläche dieses Inselstaates liegen weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel und damit bereits mitten in der Gefahrenzone. Rund um die Hauptstadt Malé konnte mit Japans Finanzierungshilfe inzwischen zwar ein Deich gebaut werden - der Rest der Bevölkerung ist dem steigenden Meeresspiegel jedoch schutzlos ausgeliefert, solange keine Finanzmittel für die Anpassung an den Klimawandel bereit gestellt werden.

Die Europäische Union muss sich bei der UN-Klimakonferenz Anfang Dezember in Kopenhagen endlich dazu bekennen, im Rahmen eines globalen Klimaschutzabkommens ihre Verantwortung für den Klimawandel mit wahrzunehmen. Rund 35 Milliarden Euro werden der EU die Finanzierung des Umstiegs auf nachhaltige Wirtschafts- und Energieformen sowie eine Soforthilfe für die Opfer des Klimawandels kosten. "Und das ist nur ein Bruchteil des Betrages, der uns erwartet, wenn wir weiterhin nichts tun", appelliert Schinerl abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Attila Cerman, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-3435354
Niklas Schinerl, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126704

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