Parlamentsgebäude: Beseitigung der akuten Mängel eingeleitet Größter Sanierungsbedarf im Bereich des NR-Sitzungssaals

Wien (PK) - Die Elektroinstallationen in den Dachbodenbereichen des Parlaments werden grundlegend erneuert, bis dahin wird die Kontrolle der bekannten Gefahrenstellen erhöht. Die Gefahr für das Dach des Parlamentsgebäudes durch große Schneemengen wird mit Hilfe einer Beheizungsanlage bis zur geplanten Generalsanierung des Dachs hintangehalten. Darüber hinaus wird an einem modernen Brandschutz gearbeitet. Das geht aus einem detaillierten Sanierungskonzept hervor, das die Parlamentsdirektion unter Heranziehung externer Experten für das Haus ausgearbeitet hat.

Laut Gutachter Matthias Rant sind damit die von ihm aufgezeigten Risken bis zur dringenden Sanierung der Schadensbereiche gebannt. Mit der Realisierung des gesamten Konzepts werden die in seinem Sachverständigen-Gutachten aufgezeigten Baumängel beseitigt. Die dazu notwendigen Maßnahmen wurden bereits eingeleitet bzw. werden umgehend in Angriff genommen.

An der Notwendigkeit und der Dringlichkeit des Sanierungsprojekts besteht laut Parlamentsdirektion kein Zweifel. Das Gutachten von Rant empfiehlt im Sinne der Wirtschaftlichkeit und der Sparsamkeit eine Sanierung in einem Zug. Die Einsparungseffekte werden für diesen Fall mit bis zu 30 Prozent angegeben.

Das auf der Parlaments-Homepage veröffentlichte Gutachten zeigt drei Hauptmängel auf:

Elektroinstallation

Die Elektroinstallation in den Dachbodenbereichen entspricht aufgrund ihres Alters nicht mehr dem Stand der Technik. Außerdem ist sie stellenweise Feuchtigkeit (undichtes Dach, Kondenswasser) ausgesetzt und altert dadurch rascher. Eine grundlegende Sanierung ist notwendig und dringlich. Die Kontrollen der Gefahrenstellen werden daher kurzfristig ausgeweitet. Für den gesamten Bereich des Nationalratssitzungssaales (einschließlich Couloirs und Rettungswege) ist bereits eine Sicherheits- und Notbeleuchtungsanlage mit elektronisch überwachter Zentralbatterieanlage in Betrieb, die den Vorschriften weitestgehend entspricht.

Dachkonstruktion

Die Dachkonstruktion stammt zum Teil aus der Errichtungszeit des Parlamentsgebäudes und ist statisch auf die damals geltenden Berechnungen zur Schneelast ausgelegt. Seither haben sich aufgrund des Klimawandels (Nass-)Schneelasten erhöht, sodass die Tragkonstruktion den heute geltenden Normen nicht mehr entspricht. Im Bereich des Dachbodens befindet sich daher eine Beheizungsanlage, welche bei Bedarf das Auftreten großer Nassschneemengen durch Abtauen verhindert.
Das Gutachten empfiehlt auf jeden Fall eine gleichzeitige umfassende Sanierung des gesamten Daches.

Brandschutz

Für die Nutzung des historischen Gebäudes liegt eine behördliche Betriebsbewilligung aus den 1950er Jahren vor. Demnach verfügt das Gebäude über keine Brandabschnitte. An einem Brandschutzkonzept, das dieser Situation gerecht wird, wird gearbeitet.

Rückfragen: Dr. Gottfried Marckhgott (40110/2680)

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