Mit effizienter Server-Technologie 60 Prozent Energie sparen

Wien (OTS) - Das EU-Projekt efficient-server, kurz e-server, präsentierte auf der CEBIT aktuelle Studien zum hohen Sparpotenzial bei Servern. Durchschnittlich 60 % an Energie lassen sich durch geeignete Effizienzmaßnahmen wie Konsolidierung, Virtualisierung oder Power Management einsparen. Für die volle Ausschöpfung des Potenzials innerhalb der EU braucht es aber noch international wirksame Rahmenbedingungen.

Der Stromverbrauch für den Betrieb von IT-Hardware bzw. IT-Infrastruktur in Rechenzentren innerhalb der EU liegt heute bei etwa 40 TWh pro Jahr. Dieser Verbrauch entspricht in etwa der jährlichen Stromproduktion von sieben bis acht mittleren AKWs oder Energiekosten von ca. sechs Milliarden Euro pro Jahr. Der Energiebedarf wird sich laut Prognosen in den nächsten fünf Jahren noch weiter verdoppeln - wenn jetzt kein Umdenken stattfindet! Um dem steigenden Verbrauch gegenzusteuern, sollten Unternehmen entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz treffen.

Eine Reihe von Fallstudien im Rahmen des EU-Projektes e-server (www.efficient-server.eu) haben gezeigt, dass alternativ zu einem Business-as-Usual-Szenario mit stark steigendem Energieverbrauch jährliche Energieeinsparungen von 60 % erreicht werden können. Die Studien umfassten ein breites Spektrum an Anwendern: vom Kleinunternehmen mit 20 MitarbeiterInnen bis hin zu großen Rechenzentren. Abhängig von der Ausgangssituation und den spezifischen Rahmenbedingungen konnten manche Unternehmen sogar bis zu 90 % Energie einsparen.

Die Best-Practise-Fallstudien aus Unternehmen des privaten und öffentlichen Dienstleistungssektors machen deutlich, wie Effizienzstrategien im Server-Bereich erfolgreich umgesetzt werden können. Die Ergebnisse zeigen, dass signifikante Energie- und Kosteneinsparungen vor allem dann realisiert werden können, wenn Energieeffizienz im Rahmen von IT-Erneuerungsprozessen schon in der Planung konsequent berücksichtigt wird.

Je nach Ausgangssituation und Rahmenbedingungen kann sich in größeren Systemen bereits eine reine Hardwarekonsolidierung innerhalb von wenigen Jahren über die erzielten Energieeinsparungen amortisieren. In Anbetracht einer mittleren Server-Nutzungsdauer von vier bis fünf Jahren sind solche Maßnahmen auch aus wirtschaftlicher Perspektive sehr effizient.

Etwas geringer sind die Möglichkeiten in sehr kleinen Unternehmen, wo die IT-Struktur meist ohnehin sehr kompakt ist. Dafür gibt es dort hohe Effizienz-Potenziale im Bereich der Desktop-Systeme. Mittels virtuellen Arbeitsplatzsystemen und Thin-Clients lässt sich massiv Energie sparen. Durch die Virtualisierung bieten sich auch neue Optionen für Power-Management auf Server-Ebene. Interessant für kleine Unternehmen ist auch die Migration virtueller Server und die Abschaltung von Servern während Schwachlastzeiten im Wochenendbetrieb.

Die breite Ausschöpfung der nachgewiesenen Effizienzpotenziale im EU-Markt ist derzeit noch eingeschränkt: Einerseits durch ein mangelndes Bewusstsein für die vorhandenen Potenziale. Andererseits fehlt es IT-ManagerInnen und EntscheidungsträgerInnen in Unternehmen an Anreizen und Werkzeugen, um den Aspekt der Energieeffizienz entsprechend berücksichtigen zu können.

Einen Anreiz für Effizienzprojekte kann beispielsweise die Zertifizierung von Rechenzentren bieten: Damit wird ein Effizienz-Benchmarking möglich und die Zertifizierung kann darüber hinaus auch Bestandteil des Qualitätsmanagements bzw. der Unternehmenskommunikation werden.

Wichtig sind zudem Werkzeuge, mit denen man Energieeffizienz als Kriterium in IT-Projekten möglichst einfach berücksichtigen kann:
Praxisnahe Management- und Beschaffungsrichtlinien und eine verbesserte Transparenz der Energieeffizienz bei Hardware-Technologien. Es muss für den Anwender möglich werden, energieeffiziente Produkte schnell und einfach zu identifizieren. International anerkannte Effizienzkriterien und Benchmarks befinden sich in der Entwicklungsphase und haben noch großes Potenzial.

e-Server ist ein Kooperationsprojekt der Österreichischen Energieagentur, SUN Microsystems, IBM, Universität Karlsruhe, ADEME und Robert Harrison Associates im Rahmen des EU-Programms Intelligent Energy Europe.

Weiterführende Information zum Thema finden Sie auf:
www.efficient-server.eu.

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