Schulischer Lernerfolg braucht "gesunde Schulen"

Gesunde Schüler/innen lernen besser, gesunde Lehrer/innen lehren besser

Wien (OTS) - Für den Erfolg des Unterrichts ist es
mitentscheidend, dass die Schüler/innen und Lehrer/innen gesund sind. Bei beiden Gruppen ist es mit dem Gesundheitszustand jedoch nicht zum Besten bestellt. Gesundheitsfördernde Projekte in den Schulen sollen das ändern. Wie das gelingen kann, wird heute und morgen auf der Tagung "Schule gesundheitsfördernd gestalten" des Fonds Gesundes Österreich in Wien diskutiert.

Gesundheit und Schulerfolg stehen in einem direkten Zusammenhang, wie der Leiter des Fonds Gesundes Österreich, Mag. Christoph Hörhan, betont: "Der Gesundheitszustand der Schülerinnen und Schüler beeinflusst die Bildungs- und damit Lebenschancen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Schülerinnen und Schüler, die psychisch gesund sind, sich sozial und körperlich wohlfühlen und einen Sinn im schulischen Lernen sehen, einen besseren Lernerfolg haben. Damit ist auch die Chance höher, dass die Gesundheit nachhaltig verbessert werden kann, denn Menschen mit höherer Bildung haben auch die Fähigkeit, ihr Gesundheitspotenzial besser auszuschöpfen." Die Schule ist für Kinder und Jugendliche eine zentrale Lebenswelt. Sie sind mit hohen Erwartungen, steigenden Anforderungen und veränderten Rollenbildern konfrontiert. Bis zum Ende der Schullaufbahn sollen die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben, die ihnen helfen, ihren persönlichen und beruflichen Werdegang zu meistern. Sie sollen Autonomie, Selbständigkeit und Selbstbewusstsein erlangen.

Die Gesundheitstrends unter den Kindern und Jugendlichen aber auch der Gesundheitszustand des Lehrpersonals geben jedoch Anlass zu Sorge. Im ungünstigen Fall birgt die Schule sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für das Lehrpersonal nämlich das Risiko, die Gesundheit zu gefährden.

Dem Fonds Gesundes Österreich geht es deshalb darum, die Lebenswelt Schule unter Mitwirkung aller Beteiligten so zu gestalten, dass diese ein Ort wird, wo (1) Gesundheit gefördert wird, (2) persönliche Gesundheitspotenziale entwickelt werden, (3) Gesundheitsrisiken thematisiert und eliminiert werden und (4) sich alle Beteiligten wohl fühlen und die besten Voraussetzungen für einen guten Lernerfolg vorfinden.

Der Bedarf ist groß, denn der Anteil der 13-jährigen Schüler/innen, die ihren Gesundheitszustand als "ausgezeichnet" beschreiben, ist zwischen 1990 und 2002 von 51 auf 35% zurück gegangen. Bewegung kommt zu kurz, gesunde Ernährung ebenfalls, ablesen kann man das daran, dass bereits 20% der Kinder ein zu hohes Körpergewicht haben. Auch die psychischen Beschwerden zeigen sich schon in frühen Jahren: 18,8% der befragten Schüler/innen geben an, an zwei oder mehr der genannten Beschwerden zu leiden: Kopf-, Magen-oder Bauchschmerzen; Gereiztheit; Schlechte Laune; Nervosität; Schwindelgefühl.

Auf der anderen Seite des Lehrpultes ist die Situation nicht besser: Psychische Belastungen sind unter Lehrer/innen überdurchschnittlich oft vorhanden: 16,4% sind es in der Gesamtbevölkerung, 31,5% bei Lehrer/innen. 50% der Lehrer/innen fühlen sich ausgelaugt. Eine Untersuchung in Oberösterreich belegt, dass Lehrer/innen im Vergleich zu anderen Angestellten vier Mal so oft über Übelkeit und drei Mal so oft über Schlafstörungen und Mattigkeit berichten.

Handlungsbedarf für die Gesundheitsförderung

Genug zu tun also für die Gesundheitsförderung, die sich dafür einsetzt, dass alle Beteiligten im Lebensraum Schule ein möglichst gesundes Leben führen können. Die Basis dafür ist trotz der voran genannten Befunde gut: Insgesamt ist die Berufszufriedenheit der Lehrer/innen hoch, sie erleben den Beruf als sinnvoll, interessant und können sich verwirklichen. 70% der Mädchen und 66% der Burschen gehen "gerne" oder "sehr gerne" in die Schule, 80% der Mädchen und 71% der Burschen gefällt es insgesamt in der Schule "gut" oder "sehr gut".

Lernen muss jeder und wir alle lernen den ganzen Tag. Die Hirnforschung widmet sich der Frage, wie das Hirn schneller und effizienter lernen kann, und wie man Wissen effizient weitergeben kann. "Neuro-Didaktik", also gehirn-gerechtes Lernen ist das Zauberwort: Fünf Schlüsselfaktoren, die die Hirne die Schüler/innen öffnen: Spielerisch/entdeckend lernen. Lernen ohne Angst. Lernen mit Spaß. Spannendes und Neues vermitteln. Das Hirn fordern, denn Lernprozesse sind umso erfolgreicher, je größer die Anstrengung dabei ist.

Dass es für Projekte, die eine "gesunde Schule" entstehen lassen sollen, kein Patentrezept gibt, zeigen Erfahrungen aus der Schweiz, die am "Europäischen Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen" beteiligt ist und eine Vorreiterrolle einnimmt. Am Beginn der Schulprojekte wird eine Standortbestimmung vorgenommen, Ziele definiert und ein bedarfsgerechter Maßnahmenplan erstellt.

Vernetzung ist laut Mag. Hörhan eine zentrale Strategie der Gesundheitsförderung und auch ein wichtiges Ziel der Tagung:
"Vernetzung bedeutet einen systematischen Erfahrungsaustausch, die Initiierung gemeinsamer Lernprozesse, die Mobilisierung von Ressourcen und die Generierung eines Wissenspools durch "best practice" Modelle. Dazu wird die heutige Tagung einen wichtigen Beitrag leisten."

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Mag. Markus Mikl, Leiter Kommunikation
Gesundheit Österreich GmbH
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Tel.: 01 895 04 00-16
E-Mail: markus.mikl@fgoe.org
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