SP-Keck: Keine neue Tierquälerei zur Profitsteigerung!

Nachdenkpause in Sachen Besatzdichte bei Geflügel ist richtig und wichtig

Wien (SK) - Verwundert zeigte sich SPÖ-Tierschutzsprecher Dietmar Keck über die Aussage von Landwirtschaftskammerpräsident Wlodowski. Dieser hatte Tierschutzminister Stöger aufgefordert, die EU-Novelle zur Erhöhung der Besatzdichte bei Geflügel rasch umzusetzen, anstatt die Maßnahme in Ruhe und auf hohem fachlichen Niveau mit VertreterInnen der heimischen Tierschutzorganisationen und anderen ExpertInnen zu beraten. ****

Als Argumente führte der Kammerpräsident eine mögliche Steigerung von Fleisch- und Lebendtiertransporten nach Österreich, die angebliche Gefährdung von Arbeitsplätzen, sowie vergleichsweise höhere Produktionskosten ins Treffen. Hinter der Aufforderung zur raschen Umsetzung der EU-Novelle ortet der SPÖ-Tierschutzexperte weniger die Sorge um die heimische Geflügelproduktion, als vielmehr den Versuch zur Profit-Steigerung für ein paar wenige ProduzentInnen auf Kosten der Tiere.

Die aktuellen Zahlen der Statistik Austria dokumentieren, dass die Produktion von Masthühnern - auf Basis der gültigen Regelung - seit dem Jahr 1990 auf über 61 Millionen gesteigert werden konnte. Auch der erzielte Preis ist in diesem Zeitraum - im Unterschied zu vielen anderen landwirtschaftlichen Produkten - gestiegen. Keck verwies gleichzeitig auf die stetig steigende Nachfrage der KonsumentInnen nach heimischen Fleisch, der der Handel mit dezidierter Bewerbung und mit klarer Produktauszeichnung begegnet. Keck bezeichnete daher die Aussagen Wlodowskis als "an den Haaren herbeigezogen und sachlich nicht nachvollziehbar".

"Ich frage mich, ob hier Argumente zum Nachteil des Tierschutzes künstlich 'verbogen' werden oder ob es tatsächlich so sein sollte, dass ausgerechnet im Bereich der Geflügelproduktion alle marktwirtschaftlichen Mechanismen außer Kraft gesetzt wurden", so Keck. Der SPÖ-Tierschutzsprecher begrüßte die Vorgangsweise des Tierschutzministers und betonte abschließend: "Eine Erhöhung der Besatzdichte ohne klare Zusatzmaßnahmen wie eine leicht verständliche Tierschutzkennzeichnung über spezielle nachvollziehbare Qualitätsprogramme im Geflügelbereich wäre ein erster Schritt zur Aushöhlung unserer europaweit vorbildlichen Tierschutz-Gesetzgebung. Dafür stehen weder ich, noch Tierschutzminister Stöger zur Verfügung." (Schluss) df/mp

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