Nuntius Farhat: "Mariazell ist ein 'Ort der Hoffnung'"

Der scheidende päpstliche Vertreter appellierte an die Gläubigen, mit den Etikettierungen "konservativ" oder "liberal" vorsichtig umzugehen

Mariazell, 9.3.09 (KAP) Als "Ort der Hoffnung" hat der scheidende Apostolische Nuntius, Erzbischof Edmond Farhat, Mariazell bezeichnet. Er habe seine offizielle Mission in Österreich nicht beenden wollen, ohne eine Dankwallfahrt zur "Magna Mater Austriae" zu machen, sagte Erzbischof Farhat am Sonntag im steirischen Marienort. In den dreieinhalb Jahren seiner Mission in Österreich habe er bei vielen Menschen "Liebe zu Gott" gespürt und ein "offenes Ohr" gefunden, betonte der Nuntius. Es sei möglich gewesen, auch mit den offiziellen Repräsentanten des Landes über die "Dinge Gottes" zu diskutieren. Und insbesondere sage er der Kirche in Österreich Dank für ihre Mühe.

In seiner Predigt rief Erzbischof Farhat die Fürsprache Marias für die Kirche in Österreich an: "Ich empfehle ihr das Volk Gottes, das in Österreich lebt, den Heiligen Vater Benedikt XVI., die Bischöfe, die Priester und alle Katholiken". "Gib uns die Gnade und die Demut, unsere Brüder zu korrigieren, unter vier Augen, bevor wir sie als 'konservativ' oder 'liberal', als gläubig oder ungläubig, aburteilen", sagte der Nuntius wörtlich. Die Diener der Kirche hätten die Aufgabe, "ohne Gewalt und ohne Hass, aber mit Klarheit und Festigkeit" auf die Fehler der Gegenwart hinzuweisen, "ohne damit die Personen zu beleidigen". Alle, die sich auf das Zweite Vaticanum berufen, sollten die Texte des Konzils "mit Hingabe und Intelligenz" lesen, die Lehre des Konzils verstehen und seine Vorschriften in die Praxis umsetzen, damit Christus als "Licht der Welt" offenbar wird. Es gebe nur die eine Kirche, die den Aposteln und ihren Nachfolgern "mit Petrus und unter Petrus" (cum Petro et sub Petro) anvertraut sei. Wenn Petrus entscheide, drücke dies die Zustimmung seiner Mitbrüder im "Kollegium der Apostel" aus.

Erzbischof Farhat betonte seine Hoffnung, dass der Wind, "der in der Kirche in Österreich" weht, kein "Gewittersturm" sein möge, sondern eine "Frühlingsbrise, die die Zweige wieder saftig werden lässt".

Am Donnerstag hatte der Nuntius noch gemeinsam mit Außenminister Michael Spindelegger den jüngsten Zusatzvertrag zum Vermögensvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Österreich unterzeichnet. Durch die Zusatzverträge werden die Kompensationsleistungen des Bundes für das vom NS-Regime enteignete und nach 1945 nicht zurückgestellte Kircheneigentum valorisiert. (ende)
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