ÖGKV: Pflegegeldeinstufung durch ärztliches Sachverständigengutachten?

Führt der Status Quo der Pflegegeldeinstufung zum Ziel?

Wien (OTS) - Einmal mehr ist die Pflegegeldeinstufung ins
Kreuzfeuer der Kritik geraten und einmal mehr geht es um Honorarabgeltungen für Ärzte. Pflegegeld soll ein selbstbestimmtes und nach persönlichen Bedürfnissen orientiertes Leben pflege- und betreuungsbedürftiger Menschen je nach pflegebedingtem Mehraufwand pauschal abgelten.
Voraussetzungen dafür sind unter anderem:

  • ständiger Betreuungs- - und Hilfsbedarf wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung bzw. einer Sinnesbehinderung, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern wird
  • ständiger Pflegebedarf von monatlich mehr als fünfzig Stunden

Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) bearbeitet jährlich rund 80% oder 27 000 Anträge zur Pflegegeldeinstufung. Als Grundlage dafür werden ärztliche Gutachten herangezogen.

Aus Sicht der Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) und Vorsitzenden der Österreichischen Pflegekonferenz (ÖPK) ein höchst zu hinterfragendes Vorgehen. "Für die Beurteilung der der Situation von pflegebedürftigen Menschen und ihrer pflegenden Angehörigen ist die Einbindung des spezifischen Wissens von Experten aus dem Bereich der Fachpflege unbedingt notwendig. Sie verfügen über eine hohe Beratungs- und Informationskompetenz".

Diese Pflegeexperten sollten vom Zeitpunkt der Antragstellung verbindlich in das Einstufungsprozedere eingebunden werden. Ihre Aufgabe ist es, im Rahmen von Hausbesuchen die konkrete Pflegesituation zu erfassen, sowie praxisnahe Lösungsansätze anzubieten.

Das große Potential der Fachpflege hinsichtlich gezielter Beratung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen liegt nach wie vor weitgehend brach. Eine tatsächlich begründete Antwort, warum sich die Entscheidungsträger nach wie vor nicht dazu durchringen können, diese Aufgabe, über den Projektcharakter hinaus, in die Hände der dafür kompetenten Fachpflege zu legen, ist bis dato eigentlich unbeantwortet.

Einmal mehr wird hier sicherlich nicht im Sinne der betroffenen Menschen gehandelt!

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