Dirnberger (RÖM): "Weltfinanzdesaster, Faschingsscherz: Sollen Kautionssparbücher österreichischer Mieter die Banken sanieren???"

"Der Antrag der Verpflichtung, zur Veranlagung von Mietkautionen auf Sparbücher österreichischer Banken kann doch nur als verspäteter Faschingsscherz bezeichnet werden"

Wien (OTS) - Der, dem Vernehmen nach, in einer nächtlichen (Faschings-?) Sitzung des Parlaments, einem Ausschuss zugewiesene Antrag zur Verpflichtung der Veranlagung von Mietkautionen auf Sparbüchern der österreichischen Banken - wohl zur Sanierung deren Liquiditätsprobleme gedacht -, kann doch nur als Faschingsscherz bezeichnet werden. Dieser sich in etwa auf dem selben intellektuellen Niveau befindet, wie der seinerzeitige Vorschlag der "VP-Hoffnungsträgerin" Sylvia Fuhrmann, durch Senkung der Maklerprovisionen das Inflationsproblem in den Griff zu bekommen", stellt der Vizepräsident und Sprecher des Ringes Österreichischer Makler der größten parteiübergreifenden und unabhängigen Plattform österreichischer Immobilienmakler Mag. Dr. Elmar Dirnberger -durchaus noch "amüsiert" - fest.

"Viel ernster ist es, worauf zahlreiche Wirtschaftsforscher und sonstige Experten bedauerlicher Weise auch hinweisen, dass derzeit der Tiefpunkt der weltweiten und natürlich auch Österreich betreffenden Finanzkrise bei Weitem noch nicht einmal erreicht ist und auch wir uns in Österreich noch "sehr warm anziehen sollten", wie es ein Pressejournalist formulierte", so Dirnberger besorgt weiter.

"Dem ist weder mit Faschingsscherzen oder mit Augenauswischereien noch mit Halbherzigkeiten entgegen zu wirken. Um die anstehende Finanzmisere zumindest für Österreich - alles Andere ist vorab sekundär - hintanzuhalten sind meines Erachtens zumindest drei Radikalmaßnahmen (Radikal - Radix an die Wurzel gehend) erforderlich:

1.Die aus dem Staatsbudget den Großbanken als "Hilfeleistung" zugedachten Budgetmilliarden sind ausschließlich einem neu zu gründenden Mittelstandsfonds zuzuführen, der diese Mittel, darlehensmäßig den Klein- und Mittelbetrieben und den Bürgerinnen und Bürgern zur Wohnraumbeschaffung, insbesondere den Häuselbauern, zukommen zu lassen hat. Der Aufsichtsrat dieses Mittelstandsfonds hat aus je einem sachkundigen Vertreter einer der fünf im österreichischen Parlament vertretenen Parteien zu bestehen. Das Kreditausfallrisiko ist dabei durch breite Streuung - es gibt bereits analoge Modelle die sogar in der 3. und 4. Welt, hervorragend funktionieren - in überschau- und verkraftbarem Rahmen zu halten.

2. Bevor österreichische Großbanken überhaupt um milliardenschwere Staatshilfe ansuchen können, haben sie zuerst sämtliche Investitionsobjekte in den ehemaligen Oststaaten wirtschaftlich zu verwerten, das heißt zu verkaufen. So trennt sich dann auch die sprichwörtliche "Spreu vom Weizen". Einerseits bekommen die Banken, die erfolgreich investierten entsprechenden Mittel zurück, ohne das Budget zu belasten, andererseits könnte sich erweisen, dass in den ehemaligen Oststaaten sehr viel verspekuliert worden sein könnte -Stichwort "Immoeast". Die seinerzeit schon im BAWAG-Fall eingearbeiteten Staatsanwälte hätten so eine gute wirtschafts-juristische Grundlage, die entsprechenden Voruntersuchungen einzuleiten.

3. Diese Pseudorichtlinien, auch "Basel II" genannt, ebenso wie das so genannte "Geldwäschegesetz" ist für Österreich unverzüglich auf unbestimmte Zeit auszusetzen - es mögen dabei die ehrenwerten Herrschaften der Wallstreet oder in Brüssel - die solche Richtlinien anscheinend für alle, außer sich selbst geltend machen - noch so quietschen! Hingegen ist in Österreich die Wiedereinführung der Anonymität vom kleinen Sparbuch bis hin zu großen Anlageformen zumindest nach Schweizer-Vorbild unverzüglich wieder einzuführen, weil dies der einzige Anreiz wäre, dass internationale Geldmittel in ausreichendem Maß in Österreich investiert werden und somit die österreichische Wirtschaft und österreichische Arbeitsplätze trotz der weltwirtschaftlichen Finanzkrise gesichert bleiben und werden.

Es ist jedenfalls sicherlich nicht Aufgabe österreichischer Parlamentarier die Finanzspekulanten der amerikanischen Ostküste ebenso wie die internationalen Heuschreckenfonds zu unterstützen. Ebenso mögen auch spekulationsmarode Großbanken besser den Weg zum Konkursgericht einschlagen, als dem österreichischen Steuerzahler auf der Tasche zu liegen, wie dies auch zahlreiche namhafte Wirtschaftsjournalisten seit langem schon vorschlagen und "die kleinen Sparer" durch bereits bestehende Staatsgarantien dabei gar nicht geschädigt werden können", so Dirnberger abschließend.

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