"MONITOR": Österreichs IKT-Forschung droht finanzielle Krise

Staat kürzt Forschungsausgaben - private Stiftungen schütten weniger aus - Lob und Kritik für den RFTE

Wien (OTS) - Österreichs Forschungsszene ist in Aufruhr: Trotz
oder gerade wegen der Krise stocken Länder wie Deutschland, China oder die USA ihre staatlichen Forschungsbudgets auf, hierzulande wird hingegen an allen Ecken und Enden gespart. Anstelle der bis zum Jahr 2013 zugesagten 2,3 Milliarden Euro soll in Österreich nur ein Bruchteil locker gemacht werden. Prominente Wissenschafter wie der Experimentalphysiker Anton Zeilinger warnen vor einem "Supergau" in der heimischen Forschung.

MONITOR hat aus diesem Grund eine Expertenrunde zu einer Diskussion eingeladen. Ausgehend von der Lücke im Forschungsbudget "geht es vor allem einmal darum, dass Institutionen wie die Akademie der Wissenschaften, die Christian Doppler Gesellschaft etc. zumindest in ihren bestehenden Strukturen in irgendeiner Form weitergeführt werden können, ohne dass es zu einschneidenden Maßnahmen wie etwa Personalabbau kommen muss", sagte Constanze Stockhammer, IKT-Referentin des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE).

Robert Hansen, Professor für Wirtschaftsinformatik an der WU Wien, erinnerte daran, dass angesichts der Entwicklungen der Aktienkurse viele private Stiftungen, die Forschung finanzieren, ebenfalls deutlich weniger ausschütten würden - im Extremfall gar nichts. Gleichzeitig kritisierte er den RFTE: "Wenn man sich die Forschungspolitik und jetzt auch das IKT-Strategiepapier anschaut, ist das extrem einseitig." Die zu fördernden Stärkefelder "werden auf Seite 38 auf nur einer Seite beleuchtet, die Förderung ist außerdem sehr einseitig auf Basistechnologie ausgelegt".

Zustimmung zum Strategiepapier kam hingegen von Wilfried Seyruck, dem Vorsitzenden der Berufsgruppe Informationstechnologien der WKO:
"Da sind genau unsere Forderungen enthalten." Dazu zählt der Wunsch nach einem zentralen Koordinator, mehr Frauen in der IKT-Forschung und attraktiveren Unis auch für internationale Forscher.

"Wir brauchen bessere Instrumente, um mit den unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen wie Life Sciences, Physik oder Chemie zusammenzuarbeiten", zeigte sich der Schahram Dustar, Professor am Institut für Informationssysteme an der TU Wien, zukunftsorientiert. Er forderte außerdem eine bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und sprach auch die Patent-Problematik an: "Es ist schwer, sich vorzustellen, dass Patente verteidigt werden können, so wie die heimischen Unis aufgestellt sind." Mehr dazu erfahren Sie in der März-Ausgabe des MONITOR.

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