Heinisch-Hosek: Quote ist nichts, wovor man sich fürchten braucht

Mit den Investitionen in die Kinderbetreuung können bis zu 1500 neue Arbeitsplätze entstehen

Wien (OTS) - Das Frauenministerium am Minoritenplatz war übervoll, hunderte Frauen waren gekommen, nicht nur um sich Rat und Informationen zu holen, sondern "um zu feiern und zu kämpfen", wie es Frauenministerin Heinisch-Hosek bei der Begrüßung sagte.

Auftakt war die Podiums-Diskussion zum Thema "Lehren aus der Wirtschaftskrise: Muss die Wirtschaft weiblicher werden?", an der neben der Frauenministerin Elisabeth Vondrasek, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft VIDA, Karin Küblböck, Ökonomin und Obfrau von ATTAC Österreich auch Johannes Kopf, Vorstand des AMS Österreich teilnahmen.

Heinisch-Hosek eröffnete mit einem kritischen Ausblick: "Auch wenn von der ersten Welle der Arbeitslosigkeit vor allem die Männer betroffen sind, die zweite Welle ist im Anrollen." Nach den klassischen Männerdomänen wie Autoindustrie und Bauwirtschaft würden bald die Frauendomänen Handel und Dienstleistungen folgen. Daher seien 50 Prozent der Mittel für die aktive Arbeitsmarktförderung für Frauen reserviert. AMS-Chef Kopf bestätigte, dass die Arbeitslosigkeit alle Branchen erfassen werde, nun hieße es gegensteuern, was sich bei Frauen auch wirklich auszahle:
"Qualifikationsmaßnahmen wirken bei Frauen ungleich besser, sowohl was ihre verbesserte Einkommenssituation als auch die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt betrifft."

Doch schon jetzt leiden Frauen oft unter einer neuen Mehrfachbelastung. Wenn nun auch noch die Rolle der Alleinverdienerin mit niedrigem Gehalt hinzukäme, würde die Belastung von Frauen und auch der Stress deutlich steigen. "Wir gehen davon aus, dass mit den Konjunkturpaketen einiges an neuen Arbeitsplätzen geschaffen werden kann. Wenn das nicht reicht, wird man nachbessern müssen."

Die Regierung nehme gemeinsam mit den Bundesländern sehr viel Geld für den Ausbau der Kinderbetreuung in die Hand. Damit würden zusätzlich bis zu 1500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei eines der zentralen Anliegen der Bundesregierung argumentierte die Frauenministerin. "Ganz wichtig wird es sein, das einkommensabhängige Kindergeld mit 1.1.2010 umzusetzen. Das sorgt sicherlich dafür, dass mehr Väter in Karenz gehen und dass Frauen schneller wieder in den Beruf einsteigen können und auch Karriere machen können".

Wie man mehr Frauen ins Topmanagement bringen könne? " Die Quotenregelung ist kein Wort zum Fürchten", bekräftigte die Frauenministerin, "Norwegen bleibt mein Vorbild, dort ist es gelungen, durch die gesetzliche Verankerung einer 40-Prozentquote den Frauenanteil in den Entscheidungsgremien der börsennotierten Unternehmen deutlich zu erhöhen", sagte Heinisch-Hosek abschließend.

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Mag. Dagmar Strobel
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