Heinisch-Hosek: Einstiegsgehälter verpflichtend transparent machen

Schlussworte der Frauenministerin beim Women´s World Kongress im Wiener Rathaus

Wien (OTS) - "Wenn ich heute mit jungen Frauen spreche, sagen sie mir oft, dass sie doch schon gleichberechtigt sind. Dann aber frage ich, wie lange das der Fall sei", so Frauenministerin Heinisch-Hosek in ihren Schlussworten zum Women’s World Congress.

Spätestens bei der Suche nach einem geeigneten Kindergartenplatz oder beim Eintritt ins Berufsleben stießen die jungen Frauen an ihre Grenzen, die oft nicht nur "eine gläserne Decke, sondern eine dicke Betonschicht" seien. Trotz gleicher Kollektivverträge verdiene der männliche Kollege oft schon bei der Einstellung mehr als die Frau. "Ich verlange daher, dass die Einstiegsgehälter verpflichtend transparent gemacht werden", so Heinisch-Hosek. Schon demnächst will die Frauenministerin nächste Schritte setzen und etwa nach schwedischem Vorbild von den Betrieben Einkommensanalysen und Frauenförderpläne einfordern.

Erfreut zeigte sich die Ministerin über den Vorstoß des Wissenschaftsministers, der die 40-Prozent-Quote von Frauen in den Uni-Räten und anderen universitären Entscheidungsgremien versprochen hat. "Ich bin eine Freundin der Quote", so Heinisch-Hosek, denn in vielen Bereichen sei darüber ernsthaft nachzudenken. So seien etwa in den 50 größten Aktiengesellschaften Österreich nur fünf Prozent der Vorstands- und Aufsichtratsmitglieder Frauen. Wie das Beispiel Norwegen zeige, sei die Quotenregelung dort zielführend gewesen: Seit der gesetzlichen Verankerung arbeiten in diesen Entscheidungsgremien 34 Prozent Frauen. "Ich bin überzeugt davon, dass nicht nur die Frauen, sondern auch die Wirtschaft von der Gleichstellung profitieren würde", so die Ministerin.

Die Aufgabe der Politikerinnen sei es, darauf zu achten, dass es keine Rückschritte ins vorige Jahrhundert gebe, sondern im Gegenteil weiter vorwärts gehe. "Daher haben wir in Österreich einen Nationalen Aktionsplan für Gleichstellung am Arbeitsmarkt vereinbart", so die Ministerin. In den kommenden fünf Jahren werde es darum gehen, die Einkommensschere zu verkleinern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Geschlechter zu garantieren. "Ein eigenes Einkommen ist das beste Instrument für die Eigenständigkeit der Frauen und der wirkungsvollste Schutz vor Armut und vor Gewalt", so Heinisch-Hosek abschließend.

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