Politik muss "prekären" Arbeitsverhältnissen gegensteuern

"Allianz für den freien Sonntag Österreich" präsentierte Dossier "Prekäre Zeiten für Frauen"

Wien, 5.3.09 (KAP) Die Politik muss der Tendenz zu "prekären" Arbeitsverhältnissen, von der vor allem Frauen betroffen sind, entschieden entgegentreten: Das war der Tenor der Präsentation des neuen Dossiers "Prekäre Zeiten für Frauen" der "Allianz für den freien Sonntag Österreich" am Mittwochabend im Wiener Otto-Mauer-Zentrum. Die gemeinsam mit der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) herausgegebene Publikation fasst mit der wachsenden Prekarisierung von Arbeits- und Lebenszeit von Frauen die Enquete "Prekäre Zeiten" zusammen, die im Oktober 2008 von der Allianz in Kooperation mit dem Sozialministerium durchgeführt wurde.

Christine Riegler, Koordinatorin der "Allianz für den freien Sonntag", erläuterte die für prekäre Beschäftigung kennzeichnenden Faktoren - besonders auch jene, die den Umgang mit Zeit betreffen. Riegler nannte permanenten Zeitdruck bzw. zeitweilige Unterbeschäftigung, ständige Verfügbarkeit, Vermischung von Arbeitsplatz und Privatbereich und mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Von prekären Zeiten müsse auch im Hinblick auf die Lebensarbeitszeit gesprochen werden: Für viele Frauen existiere schlichtweg keine längerfristige Möglichkeit der Lebensplanung, so Riegler.

Als eine von mehreren Autoren zeigt Riegler in dem Dossier Gestaltungsmöglichkeiten für bessere Arbeitszeiten und –verhältnisse auf: Notwendig seien eine generelle Arbeitszeitverkürzung, planbare Arbeitszeiten, die klare Trennung von Arbeits- und Freizeit sowie die Sicherstellung von allen gemeinsamen Zeiten der Arbeitsruhe. Im Bereich der Gesellschafts- und Sozialpolitik brauche es neue Interessenvertretungen, die den spezifischen Problemen prekär Beschäftigter gerecht werden. Auch eine existenzsichernde, "repressionsfreie" Grundsicherung und geschlechtergerechte Umverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit seien laut Riegler wünschenswert.

Besondere Bedeutung maß die Sozialexpertin den immer zahlreicher werdenden "Allianzen für den freien Sonntag" in ganz Europa zu, die sich gemeinsam für Lebensqualität und Zeitwohlstand einsetzen. Neben den Bündnissen in Österreich und Deutschland gibt es mittlerweile auch solche in Südtirol, Polen und der Slowakei.

Bei einer Diskussion von Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertretern wurde Kritik laut, dass die Kontrolle der Öffnungszeiten in Österreich oft mangelhaft ist und so es zu regelmäßigen Umgehungen des Gesetzes kommt.

Das Dossier "Prekäre Zeiten für Frauen" umfasst 42 Seiten; Bestellungen bei der ksoe unter Tel.: 01-310.51.59, E-mail:
office@ksoe.at oder Internet www.ksoe.at. (ende)
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