Irischer Erzbischof würdigt "positive Effekte der EU"

Dublin, 5.3.09 (KAP) Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, hat die "positiven Effekte der EU auf Irland" gewürdigt. Zwar gebe es an der EU vieles zu kritisieren, aber man könne auch über vieles bei der EU-Integration begeistert sein, zitierte die "Irish Times" den Erzbischof. Als Beispiele nannte Martin, dass Irland inzwischen etwa mehr Rindfleisch aus heimischer Produktion in Italien verkaufe als in Irland selbst. Diese Erfolgsgeschichte sei zum großen Teil der EU-Mitgliedschaft zu verdanken.

Martin wies Bedenken zurück, die von der EU geförderte Wohlstandsgesellschaft habe einen materialistischen Lebensstil und die Zurückweisung christlicher Werte zur Folge: "Wenn große Teile der europäischen Bevölkerung aus der Armut geholt werden, ist das ein Ergebnis, über das Christen sich nur freuen können". Wenn es Rückgänge bei der Glaubenspraxis gebe, sei dies eher Folge einer mangelnden Dynamik der Kirchen.

Die katholischen Bischöfe Irlands hatten im Vorfeld des ersten Referendums über den Vertrag von Lissabon vor denjenigen gewarnt, die in der Kampagne unwahre Aussagen machten. Diese Erklärung habe noch immer Bestand, sagte der Erzbischof - sichtlich unter Bezugnahme auf die "Libertas"-Partei des Millionärs Declan Ganley - mit Blick auf das für Herbst geplante zweite Referendum über den EU-Vertrag von Lissabon.

Irlands Bevölkerung hatte bei einem Referendum im Juni 2008 den EU-Vertrag mit 53,4 Prozent Nein-Stimmen zurückgewiesen; auch damals soll die Propaganda Ganleys eine wesentliche Rolle gespielt haben. Umfragen zeigten, dass vor allem Unkenntnis über die Inhalte des Vertrags zur Ablehnung führten. Zudem wurden Sorgen um die irische Neutralität und die Gefährdung der irischen Identität als Gründe für das "No" genannt. (ende)
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