Leitl: Heutige Euro-Zinssenkung darf nicht die letzte gewesen sein

Konjunkturpakete und Initiativen zur Krisenbekämpfung müssen in der EU besser koordiniert werden, um voll zu wirken

Wien (PWK164) - "Der heutige Schritt der EZB, den Leitzins von 2
auf 1,5 Prozent zu senken, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Das darf aber nicht der letzte gewesen sein", betont Christoph Leitl als Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und in seinen europäischen Funktionen. "Die Eurozone ist mit dem tiefsten Wachstumseinbruch der Nachkriegszeit und rasant sinkender Inflation konfrontiert - ohne dass bereits Licht am Ende des Tunnels sichtbar wäre. Alle Akteure auf europäischer Ebene müssen handeln, damit es rasch wieder bergauf geht."

Leitl fordert die Währungshüter in Frankfurt auf, künftig schneller zu reagieren: "Experten schätzen, dass die langsamere Anpassung des EZB-Leitzinses im Vergleich zur Zinspolitik der US-Notenbank seit Ausbruch der Krise im Spätsommer 2007 die Wirtschaft des Euroraumes mit bis zu 100 Milliarden Euro zusätzlicher Kosten belastet hat." Ein niedrigerer Leitzins und sinkender Euro-Außenwert bedeutet günstigere Finanzierungsbedingungen für Europas Unternehmen: "Kredite für Konsum und Investitionen werden günstiger und der stotternde Konjunkturmotor kommt wieder zum Laufen. Dafür ist es wichtig, dass die Zinssenkung rasch an die Kreditnehmer weitergegeben wird."

Leitl fordert zudem ein besseres Koordinieren aller Konjunkturpakete und Initiativen zur Krisenbekämpfung innerhalb der Eurozone, der EU und Europas, aber auch der Geld- und Fiskalpolitik:
"Erst auf dieser Weise werden die Konjunkturprogramme ihre volle Wirkung erreichen. Alles andere verschwendet wertvolles Geld der steuerzahlenden Unternehmen und der Bevölkerung. In einer Situation wie dieser müssen alle an einem Strang ziehen. Nur gemeinsam kommt Europa aus der Krise", betonte Leitl mit Blick auf den EU-Sondergipfel vom vergangenen Wochenende, bei dem sich die Staats-und Regierungschefs nicht auf ein Stabilisierungspaket für Osteuropa einigen konnten.

Zugleich sollten die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für eine verkürzte Teilnahme der Kandidatenländer am Europäischen Wechselkursmechanismus und eine beschleunigte Euro-Einführung überlegt werden, so Leitl abschließend. (FA)

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