Wenn der Darm nicht mehr mitmacht

Wie wichtig eine ausgewogene Ernährung ist, hat eine Experten-Veranstaltung zum Thema "Divertikel" im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien gezeigt.

Wien (OTS) - Was sind Divertikel? Im Augenblick zählen jene Menschen, die das wissen vermutlich noch zur Minderheit. Das könnte sich aber rasch ändern. Denn immer öfter werden die so genannten Divertikel, also die alters entsprechenden Veränderungen der Darmwand, im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen diagnostiziert. Diese Veränderungen der Darmwand kommen gerade in westlichen Ländern sehr häufig vor und sind meist kostbedingt.

Um Divertikel zu vermeiden, sollte man daher in der Jugend viel Flüssigkeit in Verbindung mit faserstoffreicher Nahrung, also vor allem Gemüse, zu sich nehmen. Faserstoffreiche und ballaststoffreiche Nahrungsmittel quellen im Magen auf und benötigen zur optimalen Verdauung eine ausreichende Menge an Flüssigkeit.

Der Großteil der Bevölkerung über 55 Jahre hat Divertikel. Diese Ausstülpungen der Darmwand sind nicht schmerzhaft und bleiben meist unerkannt. Die Diagnose von Divertikel ist in der Regel eine Nebenentdeckung der immer häufiger zur Anwendung kommenden Vorsorgeuntersuchungen.

Es handelt sich dabei auch nicht automatisch um eine Erkrankung. Nur bei rund 10% aller Divertikelträger entzünden sich diese Veränderungen der Darmwand, indem sich Nahrungsmittelreste verfangen. Diese Entzündungen sind meist mit Schmerzen im linken Unterbauch verbunden. Dort macht der Darm im so genannten Sigma eine S-Kurve, wo Nahrungsmittel aufgrund der Divertikel leicht hängen bleiben können. Auch Fieber oder Schmerzen vor der Darmentleerung können Symptome für eine Divertikelentzündung sein.

Nur bei rund 1% der Divertikelträger ist aufgrund der Symptome eine Operation notwendig, die jedoch durch die heute gängige Knopflochchirurgie nur mit einer geringen Belastung und einem kurzen Spitalsaufenthalt verbunden ist.

Das ausführliche Aufklärungsgespräch ist daher von großer Bedeutung. Der Chirurg muss von Fall zu Fall entscheiden, ob eine Operation notwendig ist, oder ob eine konservative Therapie ausreicht. Machen Divertikel keine Probleme hilft oft schon die Zufuhr von genügend Flüssigkeit - also mindestens zwei Liter pro Tag. Kommt es zu Divertikelentzündungen muss mit dem behandelnden Arzt ein genauer Ernährungsplan erstellt werden.

Unter dem Vorsitz von Prim. Univ. Prof. Dr. Max Wunderlich, FRCS, Vorstand der Abteilung für Chirurgie des KH der Barmherzigen Schwestern Wien, haben Experten ihr Wissen unter dem Motto "Pathologie, Diagnostik und aktuelle Therapiemöglichkeiten - alte Dogmen versus neue Entwicklungen" ausgetauscht und vertieft. Prof. Dr. Stanley Goldberg von der Universität Minneapolis, USA, hat der Veranstaltung einen internationalen Charakter verliehen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Angela Jaksch
Gumpendorfer Straße 108,1060 Wien
Tel.: +43 1 599 88 - 3176
Mob.: +43 664 819 09 04
E-Mail: angela.jaksch@bhs.at
Internet: www.bhs-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BHS0001