SJÖ zu Frauenkampftag: Lohnschere zerschlagen!

Utzig: "Löhne in traditionellen Frauenbranchen erhöhen und mehr Transparenz bei Gehälter ist dringend notwendig"

Wien (SK) - Mit einer Medienaktion anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März machte die Sozialistische Jugend Österreich (SJÖ) heute, Donnerstag, auf die sich noch immer weiter öffnende Lohnschere zwischen Männern und Frauen aufmerksam und reagierte damit auf den neuesten EU-Bericht, wonach Frauen in Österreich um 25,5 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Damit liegt Österreich in der EU an vorletzter Stelle. Für Christine Utzig, Frauensprecherin der SJ, ist klar, dass es endlich an der Zeit ist, konkrete Taten zu setzen: "Es reicht uns nicht, dass nun schon seit Jahren von allen Seiten erkannt wird, dass das Einkommensgefälle zwischen Frauen und Männern ein Problem darstellt. Diese Erkenntnis hat bislang offensichtlich noch nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt." ****

Utzig unterstützt deshalb die Forderung von Frauenministerin Heinisch-Hosek nach einer Offenlegung von Gehältern in Unternehmen, um mehr Transparenz zu schaffen, fordert aber zusätzliche Maßnahmen:
"Gerade in Branchen, in denen der Frauenanteil überdurchschnittlich hoch ist, sind die Löhne wesentlich niedriger. Ein gesetzlicher Mindestlohn, der deutlich über dem derzeitigen Niveau liegt, wäre ein wichtiger Schritt, den die Regierung setzen sollte. Es wäre auch notwendig, die Bewertung von Erwerbsarbeit neu zu regeln, denn es kann nicht sein, dass Berufe, in denen der Frauenanteil besonders hoch ist, die Löhne deutlich niedriger sind und auch in geringerem Maße ansteigen."

Besonders dem hohen Frauenanteil an Teilzeitarbeit muss entgegengesteuert werden: "Hier ist die Politik in zwei Bereichen besonders gefordert: Zum einen muss die aktive Arbeitsmarktpolitik einen Schwerpunkt darauf legen, dass mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen geschaffen werden und zum anderen müssen mehr Anreize und gesetzliche Rahmenbedingungen zur gerechten Aufteilung von Betreuungspflichten gesetzt werden", fordert Utzig einen Ausbau von öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen.

Nach wie vor ist der Anteil von Frauen in Spitzenpositionen viel zu gering: "Obwohl mittlerweile mehr Frauen als Männer studieren und über ein hohes Bildungsniveau verfügen, sind noch immer kaum Frauen in Spitzenpositionen zu finden. Lippenbekenntnisse genügen hier nicht, es braucht klare gesetzliche Richtlinien wie die Einführung einer Quotenregelung in der Privatwirtschaft, wie sie beispielsweise in Norwegen bereits existiert", schließt Utzig. (Schluss) df/sv

Fotos der Aktion sind auf
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