WKÖ: Vereinbarkeit von Familie und Beruf zahlt sich auch in der Krise aus

Hochhauser, Steibl und Fürntrath-Moretti geben Startschuss für Suche nach Österreichs frauen- und familienfreundlichsten Betrieben 2009

Wien (PWK160) - Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage ist es erst recht angebracht, Maßnahmen für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu setzen: Mit diesem Credo gaben die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, die Vorsitzende des Vereins "Taten statt Worte", Nationalratsabgeordnete Ridi Steibl, sowie die Vorsitzende der WKÖ-Unternehmerinnenorganisation "Frau in der Wirtschaft" (FiW), Nationalratsabgeordnete Adelheid Fürntrath-Moretti, am heutigen Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz den Startschuss für den Wettbewerb "Frauen- und familienfreundlichste Betriebe 2009". Ende November findet die Preisverleihung der Bundessieger statt.

"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist kein Gnadenakt, sondern rentiert sich - und zwar für die Frauen und für die Betriebe", betont WKÖ-Generalsekretärin Hochhauser. Unzählige Studien haben ergeben, dass familienfreundliche Unternehmen eine besser motivierte und leistungsfähigere Belegschaft haben, weniger Fehlzeiten ausweisen und ökonomisch erfolgreicher dastehen.

"Die jetzige Wirtschaftskrise kann und darf keine Ausrede sein, in Sachen Vereinbarkeit zurückzustecken", appelliert Hochhauser. Mittelfristig wird sich der Arbeitsmarkt ändern. "Wir müssen in die Zukunft blicken: Unternehmen, die sich als attraktive Arbeitgeber positionieren, können sich schon jetzt für den nächsten Aufschwung rüsten. Und der kommt bestimmt - die Frage ist nicht ob, sondern wann." Die Wirtschaftskammer stehe daher mit vollem Engagement hinter dem Wettbewerb, der seit 1991 - zunächst ausgehend von der Steiermark - stattfindet.

"Wir wollen insbesondere Klein- und Mittelbetriebe vor den Vorhang stellen, die mit familienfreundlichen Maßnahmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern", erläutert Steibl. "Mit entsprechenden Regelungen haben die Betriebe es in der Hand, Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Dadurch soll die Entscheidung für ein Kind nicht eine Sache von ‚Entweder-Oder‘ werden."

FiW-Chefin Fürntrath-Moretti verweist auf die zahlreichen Verbesserungen in puncto Vereinbarkeit, die von der Regierung derzeit in Angriff genommen werden. Dazu gehört das geplante einkommensabhängige Kindergeld ebenso wie die im Rahmen der Steuerreform vorgesehene steuerliche Absetzbarkeit für die Betreuung von Kindern bis zum vollendeten 10. Lebensjahr. "Die steuerliche Absetzbarkeit ist ein erster wichtiger Teilerfolg. Tatsächlich endet mit dem 10. Lebensjahr aber nicht die Notwendigkeit der Betreuung von Kindern. Hier ist in einem weiteren Schritt eine Verlängerung notwendig", so Fürntrath-Moretti. "Wer keinen nine-to-five Job ausübt, ist auf flexible Kinderbetreuungsformen angewiesen und die muss für alle leistbar werden." Sie sieht darin auch eine konkrete Maßnahme, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.

Wichtig sei auch die Erhöhung des Wochengeldes für Unternehmerinnen, das derzeit bei nur 25,57 Euro pro Tag liegt. Die Wirksamkeit des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes für Unternehmerinnen werde vor allem davon abhängen, wie der Durchrechnungszeitraum für die Bemessung des Einkommens von Unternehmerinnen und speziell von Gründerinnen gestaltet wird. Einig sind sich Hochhauser, Steibl und Fürntrath-Moretti, dass neben Maßnahmen auf gesetzlicher Ebene auch noch stärker auf Information und Bewusstseinsbildung in Sachen Vereinbarkeit zu setzen ist: "Mit dem Wettbewerb soll anhand von konkreten Vorzeige-Beispielen aufgezeigt werden, wie Vereinbarkeit in der Praxis zum Vorteil aller Beteiligten funktionieren kann."
Die Bewerbungsunterlagen für den Wettbewerb sind ab sofort abrufbar unter www.familienfreundlichsterbetrieb.at oder www.taten-statt-worte.at . (SR)

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