Historisches Dokument belegt Rettung von Juden durch Pius XII.

Weiterer schriftlicher Beleg für eine Rettungs-Direktive des Pacelli-Papstes aufgetaucht

Vatikanstadt, 5.3.09 (KAP) Ein in Rom wiederentdecktes Dokument soll belegen, dass Papst Pius XII. (1939-58) in der NS-Zeit verfolgte Juden in katholischen Einrichtungen unterbringen ließ. Wie "Radio Vatikan" am Mittwoch meldete, handelt es sich um eine auf November 1943 datierende Notiz aus einem römischen Augustinerinnenkloster mit den Namen von 24 Juden. Der mit dem Seligsprechungsverfahren befasste Jesuiten-Historiker Peter Gumpel sprach von einem "seltenen Zeugnis"; neben den mündlichen Aussagen von Zeitzeugen sei dieses Schriftstück erst der zweite schriftliche Beleg für eine entsprechende Anordnung des Pacelli-Papstes.

Nach Angaben des Senders lautet die Notiz: "Der Heilige Vater will seine Kinder retten, auch die Juden, und ordnet an, dass man diesen Verfolgten in den Klöstern Gastfreundschaft gewähre". Bei der Liste mit 24 Namen finde sich der Vermerk, dass man damit dem Wunsch des Papstes Rechnung tragen wolle.

Gumpel sagte dem Sender, das historische Dokument könne nützlich sein gegenüber denjenigen, "die beharrlich Pius XII. verleumden und damit die katholische Kirche angreifen wollen". Kritiker des Weltkriegs-Papstes stützten sich auf die Behauptung, es gebe keine schriftlichen Beweise dafür, dass Pius XII. während der Razzia gegen die römischen Juden am 16. Oktober 1942 Maßnahmen zu deren Schutz ergriffen habe. Dies sei die "völlige Unwahrheit", so Gumpel.

Der Jesuit verwies auf den anderen bisher bekannten schriftlichen Beleg für eine Rettungs-Direktive des Papstes, einen Brief an den damaligen Bischof von Assisi, Giuseppe Nicolini. In der Regel habe Pius XII. die Anordnung, katholische Einrichtungen für Verfolgte zu öffnen, durch persönliche Boten übermittelt; dies werde auch von jüdischen Quellen bezeugt.

Gumpel äußerte die Hoffnung, der neue Fund werde das Seligsprechungsverfahren für Pius XII. voranbringen. Die 13 Kardinäle und Bischöfe des obersten Tribunals der Heiligsprechungskongregation hätten sich nach der Prüfung der Beweismittel bereits im Mai 2007 zugunsten Pius' XII. ausgesprochen. "Wir warten noch immer auf die Unterzeichnung des Dekrets durch Seine Heiligkeit", sagte Gumpel. (ende)
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