Sexarbeiterinnenrechte sind Frauenrechte

Der Österreichische Frauenring fordert anlässlich des Internationalen Frauentages mehr Rechte für Sexarbeiterinnen

Wien (OTS) - "Prostitution ist in Österreich eine Realität. Doch immer noch werden SexarbeiterInnen durch Gesetze, Regelungen und gesellschaftliche Einstellungen marginalisiert, kontrolliert und diskriminiert" betont der Österreichische Frauenring in einem Positionspapier zur Situation von Sexarbeiterinnen. "Es ist unerlässlich, dass Sexarbeit endlich als Arbeit anerkannt wird und die Arbeitsbedingungen für Sexarbeiterinnen verbessert werden."

Der Österreichische Frauenring (ÖFR) hat, unter der Koordination von LEFÖ - eine Mitgliedsorganisation des ÖFR - ein Positionspapier für mehr Rechte von Sexarbeiterinnen erarbeitet.

SEXARBEIT ALS ARBEIT

Sexarbeiterinnen haben Pflichten, aber kaum Rechte. Die derzeitige rechtliche Lage begreift Sexarbeit als "siitenwidrig", was zur Folge hat dass diese Forderungen für ihre erbrachten Leistungen nicht einklagen können. Sexarbeit birgt ein Ausbeutungsrisiko, das verringert werden könnte. Die vorgeschriebenen Maßnahmen für -migrantische und österreichische - Sexarbeiterinnen dienen nicht der Stärkung und dem Schutz der Sexarbeiterinnen, sondern vor allem der verwaltungsrechtlichen Kontrolle. Obwohl die Einkünfte von Sexarbeiterinnen besteuert werden und andere Pflichten bestehen, ist der rechtliche Status von Sexarbeit unklar. Dazu kommen gesellschaftliche Abwertung und Ausgrenzung, die durch die Zuschreibung der Sittenwidrigkeit noch verstärkt wird.

FRAUEN- und MENSCHENRECHTE

Die Frauen- und Menschenrechte von SexarbeiterInnen sind als oberstes Prinzip anzuerkennen, was in weiterer Folge auch Schutz vor Ausbeutung und Gewalt bedeutet. Die soziale und politische Einbeziehung von SexarbeiterInnen und ihre Stärkung ist dabei eine wichtige vorbeugende Maßnahme.

In diesem Sinne fordert der Österreichische Frauenring:

  • SexarbeiterInnen müssen das Recht bekommen Forderungen für ihre erbrachten Leistungen einklagen zu können
  • Wegfall des Bergriffs der "Sittenwidrigkeit"
  • rechtliche Verbesserungen und Absicherung für alle SexarbeiterInnen
  • Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für SexarbeiterInnen mit Existenzsicherung
  • Langfristige finanzielle Absicherung von bestehenden niederschwelligen Beratungseinrichtungen für SexarbeiterInnen und Ausbau von weiteren spezifischen Beratungseinrichtungen
  • Schutz vor Gewalt, Diskriminierung, Sexismus und Rassismus

Der Österreichische Frauenring fordert daher, dass SexarbeiterInnen mit Rechten und Pflichten ausgestattet werden und somit selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihr Leben gestalten können.

Das Positionspapier zur Sexarbeit im Detail: www.frauenring.at

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Österreichischer Frauenring | Christa Pölzlbauer | www.frauenring.at
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LEFÖ Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen |
Renate Blum: www.lefoe.at | info@lefoe.at

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