Einkommens-Check der AK Oberösterreich: Oberösterreichs Frauen besonders im Nachteil

Linz (OTS) - In keinem anderen Bundesland sind die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen so ausgeprägt wie in Oberösterreich. Auch bei der Höhe der Vollzeit-Einkommen bildet unser Bundesland bundesweit das Schlusslicht. Frauen sind massiv armutsgefährdet, warnt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und fordert angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise: "Arbeitsplätze und Einkommen müssen gerade jetzt gesichert, Arbeitslosigkeit bekämpft und Armut verhindert werden."

In Oberösterreich beträgt das Medianeinkommen (= die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger) der Männer rund 2.200 Euro brutto monatlich, das ist der zweithöchste Wert im Bundesländervergleich. Oberösterreichs Frauen hingegen schneiden mit rund 1.340 Euro unterdurchschnittlich ab und nehmen bundesweit nur den sechsten Platz ein. Der Einkommensnachteil von Frauen gegenüber Männern beträgt in Oberösterreich rund 39 Prozent - das ist der höchste unter den neun Bundesändern!

Dieser eklatante Einkommensnachteil ist aber nicht nur auf die bei Oberösterreichs Frauen besonders häufige Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen: Selbst bei ganzjährig vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen beträgt der Einkommensnachteil durchschnittlich mehr als 30 Prozent! Nur in Vorarlberg klafft die Einkommensschere noch weiter auseinander. Beim Vollzeit-Medianeinkommen befinden sich Oberösterreichs Arbeitnehmerinnen mit 25.420 Euro pro Jahr überhaupt an bundesweit letzter Stelle.

Die Gründe für den starken Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern liegen klar auf der Hand: Einerseits die hohe Konzentration von Frauen auf Branchen und Berufe mit unterdurchschnittlichen Löhnen und andererseits sind Frauen in geringerem Ausmaß als Männer in betriebsinterne Karrierepfade eingebunden, so das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO in einer im Auftrag der AK erstellten Studie.

AK-Präsident Kalliauer fordert faire und nachvollziehbare Löhne und Gehälter: "Ungerechtigkeiten bei der Entlohnung müssen aufgezeigt und behoben werden - etwa durch einen vom Arbeitsministerium erstellten Gehaltsrechner und durch mehr Einkommenstransparenz in den Betrieben."

"Ich bin auch für abschreckende Regelungen - wie hohe Schadenersatzzahlungen - bei allen Formen der Diskriminierung im Beruf", so Kalliauer. Weiters fordert der AK-Präsident den Ausbau der Plätze in Krabbelstuben, Kindergärten, Horten und ganztägig geführten Schulen sowie Investitionen im Pflegebereich: "Das schafft Arbeitsplätze vor Ort und erleichtert gleichzeitig die Erwerbstätigkeit von Frauen."

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