Frauenwunsch-Kalender Tür 4: Die Nackerte vom Baumarkt

Wunsch vier: Möge sich die Werbebranche endlich genügend qualifiziertes Personal gönnen - Fachleute, die weder oversexed noch geistig unterbelichtet sind!

Wien (OTS) - Der Frauenwunsch-Kalender ist eine Aktion des Österreichischen Frauenrings zum 101. Internationalen Frauentag. Der Österreichische Frauenring vertritt als Dachorganisation der meisten österreichischen Frauenorganisationen und -vereine mindestens eine Million Frauen, dazu die unergründliche Zahl ihnen gleichgesinnter, solidarischer oder verbündeter Männer.

Die gute Nachricht: Ein Baumarkt hat unlängst seinen Striptease-Fernsehspot zurückgezogen. Die schlechte Nachricht: Die nächste sexistisch engagierte HeimwerkerInnenfirma ist bereits auf Sendung im ORF. Diesmal ist ein hemdsärmeliger Macho in Aktion. Er wirft "alte Tanten" aus den morschen Fenstern seiner Bude. Danach montiert er die neuen Fenster der werbenden Firma ganz easy und ganz allein, doch leichthin umtänzelt von drei jungen Grazien im Bikini.

"Männlicher Zynismus ist und bleibt ein Grundgewürz im vergifteten Ragout der österreichischen Werbeszene. Für Werbetreibende ist die Frau eine Witzfigur oder ein Lustobjekt", kommentiert Christa Pölzlbauer die jüngste Blüte der kreativen Branche. Die dürfe sich bei ihren hochtrabenden Ambitionen zu derart platten Performances doch längst und eigentlich gar nicht mehr herablassen, meint der Frauenring.

"Wir sagen andauernd: Killt die Klischees, macht eine Werbung, die das Leben und den Konsum niveau- und phantasievoll, spielerisch und witzig rüberbringt", berichtet Pölzlbauer. Doch die faire Abbildung der Geschlechter in der Werbung ist einzig dem Werberat überlassen, der freiwilligen Kontrollinstanz der Branche. Trotz einer Verdoppelung der Beschwerdefälle hat er im Jahr 2008 bei lediglich vier Werbemaßnahmen Stopps ausgesprochen.

Sex sells. Das setzen die Werbetreibenden um, schönfärberisch palavernd von "erotischem Touch" und "ästhetischer Sinnlichkeit". Adäquate Ausbildung einer diskriminierungsresistenten WerberInnengeneration ist daher als Wunsch allein nicht genug. Der Frauenring fordert eine paritätische Besetzung des Werberats, aber vor allem Gesetze, die Verstöße gegen die Gleichheit mit effizienten Strafen sanktionieren.

Und der Frauenring wünscht sich: Bürgerinnen, die dem Werberat ordentlich Dampf machen mit Beschwerden. Denn die Werbeprofis gehen davon aus, dass ein einziger Beschwerdebrief der Meinung von 1000 Menschen entspricht, die nicht geschrieben haben. Muster-Beschwerdemails sind auf der Website des Österreichischen Frauenrings www. Frauenring.at herunter zu laden.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Frauenring
office@frauenring.at
www.frauenring.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OFR0001