Neues Volksblatt: "Luxus" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 3. März

Linz (OTS) - Bildungsministerin Claudia Schmied bleibt auf ihrem Konfrontationskurs mit den Lehrern. Wenn sie vor dem heutigen Treffen mit Lehrergewerkschaftern sagt, es dürfe kein Projekt ihres bildungspolitischen Kurses "aus Angst vor reformrestistenten Standesvertretern gestoppt werden", dann gießt sie ganz bewusst Öl ins Feuer. Sie tut das im Wissen, dass sich die Sympathie anderer Berufsgruppen mit jener der Lehrer in Grenzen hält.
Nun ist es der Ministerin unbenommen, den Konflikt mit ihren Dienstnehmern zu suchen. Bloß: Die Leidtragenden allfälliger Protestmaßnahmen bis hin zu Streiks der Lehrer sind die Schüler. Möglicherweise hat sich Schmied zuviele Baustellen auf einmal zugemutet. Ihr Prestigeprojekt der Neuen Mittelschule ist häufig mehr (teure) Hülle als wertvoller Inhalt, die Reform der Lehrerausbildung bedingt auch eine Dienstrechtsreform mit neuen Auseinandersetzungen. Es wird wenig fruchten, wenn Schmied zwar den Schülern bessere Bedingungen wie kleinere Klassen oder mehr Förderung bieten will, wenn sie nicht gleichzeitig die Arbeitssituation der Lehrer auf einen adäquaten Standard bringt. Da auch noch einen Arbeitszeit-Streik der Lehrer zu provozieren, ist purer Luxus auf Kosten der Kundschaft.

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