BSA: Wie kann fair statt prekär beschäftigt werden

Podiumsdiskussion zu den Problemen atypischer Beschäftigungsverhältnisse und möglichen Verbesserungsmöglichkeiten

Wien (OTS) - Das offene Forum der neuBASIS im Bund Sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen (BSA) lud Ende Februar zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Die soziale Frage II - Wie kann fair statt prekär beschäftigt werden?" in die Bibliothek der Arbeiterkammer Wien. Die Betroffenheit von JungakademikerInnen von prekären Beschäftigungsverhältnissen ist beginnend mit dem Jahr 2000 zu erkennen und nur die Spitze eines Eisbergs, prekäre und atypische Beschäftigungsverhältnisse sowie das Phänomen "Working Poor" bedeuten heute nicht nur Existenzsorgen bei Menschen mit niedrigem Ausbildungsstand, sondern auch bei JungakademikerInnen und Studierenden. Auch Frauen sind besonders stark von den Problemen der prekären Beschäftigung betroffen.

Die gut besuchte Veranstaltung wurde durch die Präsentation der "JungakademikerInnenstudie" der neuBASIS Wien durch neuBASIS-Vorsitzenden Christoph Lipinski eingeleitet, worin Maßnahmen und Anregungen für den verbesserten Berufseinstieg für junge AkademikerInnen vorgestellt wurden. Dazu zählen etwa die Forderung nach einem Kollektivvertrag für PraktikantInnen und freie DienstnehmerInnen. Anschließend referierte Benedict Raho von der Plattform Generation Praktikum zum Thema "Arbeit ohne Wert" und betonte unter anderem, dass sich bei der Analyse der Praktikumsstellen zeigt, dass eine Begriffsunklarheit herrscht, PraktikantInnen über ihre Rechte wenig informiert sind, von schlechterer Bezahlung und einem innerbetrieblich schlechteren Status betroffen sind. Die Übergangsphase wird dabei oft zu einem ungewollten Dauerzustand. Dominik Walch vom Institut für Höhere Studien ergänzte die ökonomische Sicht der beiden Studien. In seiner Analyse verdeutlichte er Bildung als Grundlage für eine Karriere und als Investition in die Marktwertsteigerung, um eine sicherere Arbeitstelle und mehr Einkommen zu erzielen.

Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel bilanzierte, dass das Übereinkommen der Sozialpartner zur Einführung eines Mindestlohnes von 1000 Euro zu 98% umgesetzt ist, jedoch kein befriedigender Zustand gegeben ist. Weiters betonte er, dass vor allem ein berufliches Angebot für junge Menschen, die Ausbildung von jüngeren und die Sicherheit der Arbeitsplätze für ältere Beschäftigte wesentlich sind. Wirtschaftskammervizepräsident Paulus Stuller stellte fest, dass es bei den eigenen Mitgliedern keine prekären Beschäftigungsverhältnisse gibt, es jedoch ein Bündel von Maßnahmen braucht. Außerdem stellte er klar, dass Einkommen jenseits des Phänomens "Working Poor" den Unternehmen ein Anliegen sind, jedoch die Wirtschaft nicht alles lösen kann und diese damit teilweise Sache des Staates sind. ÖGB-Präsident Erich Foglar wies unter anderem auf die Probleme von geringen Einkommen in den Bereichen hin, in denen es keinen Kollektivvertrag gibt. Darüber hinaus präsentierte er zur beruflichen Weiterbildung die Idee einer Stiftung für LeiharbeiterInnen. Wolfgang Tritremmel, Bereichsdirektor für Arbeitsmarkt und Soziales der IV, trat für die Schaffung geistigen Kapitals und für Angebote speziell an JungakademikerInnen ein, welche diese an Unternehmen binden.

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