"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: Ende des Tempolimits

Trotz Kurzarbeit klettert die Arbeitslosigkeit beängstigend schnell.

Wien (OTS) - Wenn hoch bezahlte Banker wie Andreas Treichl Kapital vom Staat nehmen und in Interviews von Ehrlichkeit im Umgang mit der Krise reden, dann klingelt die Wähler-Kasse bei den ultrarechten Parteien. Wie kann eine Bank bei ihren Kunden um Vertrauen werben, wenn sich die Banken untereinander nicht vertrauen? Ein Grund für die Misere liegt im immer noch nicht funktionierenden Geldmarkt. Ehrlichkeit sollte bei sich selbst beginnen, und immer mehr Menschen reagieren auf Scheinheiligkeit allergisch. "Systemrelevante" Manager und Politiker haben bisher im Umgang mit der Krise wenig Fortüne bewiesen. Immer wenn sie von der Beherrschbarkeit der Krise reden, kommen Zahlen, die dem widersprechen. Fast 360.000 Job-Suchende im Februar, dazu ein unerträglicher Anstieg bei der Jugend-Arbeitslosigkeit. Die wirtschaftliche Entwicklung ist wie geschaffen für Vereinfacher und Hetzer jeglicher Abstammung. Die Sozialpartner haben die Zeichen erkannt. Ihre Vorschläge in Zusammenhang mit der neuen Kurzarbeitsregelung wie Bildungskarenz oder neuen Arbeitszeitmodellen sind richtig und wichtig. Die Krise verlangt Ehrlichkeit, aber auch rasches Handeln. Regierung und Banken bemühen sich, aber noch viel zu langsam.

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