Greenpeace zu Gentechnik-Anbauverbot: Noch ist der Kampf nicht gewonnen!

Wien/Brüssel (OTS) - Das Ergebnis im EU-Ministerrat ist ein Sieg für die Umwelt, die Landwirte und auch die Konsumenten. So bewertet die Umweltschutzorganisation Greenpeace das heutige Abstimmungsresultat über das österreichische heimische Gentechnik-Anbauverbot im EU-Umweltministerrat.

"Österreich ist es wieder gelungen, sich gegen die Interessen dieser 'Pro-Gentechnik-Kommission' durchzusetzen", freut sich auch Gentechnik-Experte Philipp Strohm von Greenpeace. "Welchen Teil von 'Nein' versteht die Kommission aber eigentlich nicht?", so seine Frage an die EU-Kommissare.

Österreich konnte im heutigen EU-Umweltrat die qualifizierte Mehrheit hinter sich versammeln und damit die Anbauverbote für die beiden gentechnisch veränderten Maissorten MON810 und T25 einmal mehr verteidigen. Es handelte sich nämlich bereits um den dritten Versuch der Europäischen Kommission, diese zwei Anbauverbote zu kippen.

Grundsätzlich kritisiert Greenpeace das Abstimmungsverfahren über Gentechnik-Pflanzen innerhalb der Europäischen Union: Im Rat muss stets eine qualifizierte Mehrheit erreicht werden, um zu einer Entscheidung zu gelangen. Gelingt dies weder dafür noch dagegen, geht die Entscheidung an die Kommission zurück, die erfahrungsgemäß allerdings pro Gentechnik entscheidet. Obwohl in der Vergangenheit also bei fast jeder Abstimmung über Gentechnik die Mehrheit der Mitgliedstaaten dagegen gestimmt hat, wurde dennoch immer wieder zu Gunsten von Gentechnik entschieden.

"Hier existiert eindeutig ein Demokratie-Defizit, das uns wohl auch in Zukunft beschäftigen wird", befürchtet Greenpeace-Sprecher Strohm. "Denn die EU-Kommission bereitet im Hintergrund bereits die nächste Zulassung für Gentech-Pflanzen vor", warnt Strohm abschließend.

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Mag. Philipp Strohm, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126721

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