"Stress- und Burn-out-Prävention"-Buch präsentiert

Gesundheit und Vorbeugung im betrieblichen Alltag

Wien (ÖGB) - Aus Anlass der Buchpräsentation fand am 26. Februar eine Podiumsdiskussion und ein Themenabend mit aktiver Beteiligung zahlreicher BesucherInnen in der ÖGB-Fachbuchhandlung in Wien statt. Unter der mit profunder Sachkenntnis geführten Moderation von Reinhardt Stefan Tomek (Ökowellness - New Health Management) erörterten die DiskutantInnen die verursachenden Faktoren und die Lösungspotenziale zum Problemkreis "Stress und Burn-out".

Dr. Natascha Wendt (Autorin, Stressmanagement und WLB) berichtete einerseits von den Möglichkeiten der persönlichen Bewältigung von Stress, aber auch von der Bedeutung des systemisch-organisatorischen Umfeldes, innerhalb dessen das persönliche Agieren stattfindet. Beide Aspekte sind in ihrem Buch berücksichtigt.

Für Anton Hiden (GMTN, Gesundheitskampagne "G2: Gesund in die Arbeit - Gesund von der Arbeit") gibt es eindeutig eine vorrangige Stoßrichtung der notwendigen Bemühungen um Verhinderung von stressbedingten Krisensituationen und Burn-out-Situationen: Es könne nicht angehen, dass der gesellschaftliche Druck in die Richtung gehe, die Freizeit nutzen zu müssen, um sich für die Arbeit fit zu machen -die eigentliche Lösung könne nur in einer grundsätzlichen Änderung der Verhältnisse liegen. Wirkliche Hilfe zur Vorbeugung und Abmilderung des persönlich erfahrenen Leids könne außerdem nur durch Solidarität erreicht werden. Gegen die ständige Erhöhung des Arbeitsdrucks und der Anzahl an Anforderungen gibt Hiden zu bedenken:
"Die Lebenszeit selbst kennt keine Überstunden".

Univ.-Doz. Dr. Johannes Gärtner (Ximes Arbeitszeitmodelle) beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Arbeitszeit, Schichtplänen und Arbeitsunfällen. Die große Bedeutung von Ruhephasen und des Schlafs zur Vorbeugung von Erkrankungen und Unfällen wird seiner Meinung nach immer noch äußerst stark unterschätzt. Auf die Frage nach möglichen persönlichen Strategien zur persönlichen Bewältigung des großen Drucks meint Gärtner, es könne sehr hilfreich sein, zeitweise auch auf Distanz zur eigenen Situation gehen zu können und sich bewusst zu werden, dass eben niemand nur aus seinem Job bestehe.

Mag. Isabel Koberwein (GPA-djp, Gesundheit) setzt sich als Mitarbeiterin der Grundlagenabteilung stark für den ArbeitnehmerInnenschutz ein. Ihre Forderung bezieht sich insbesondere auf eine Förderung gezielter Stressprävention durch Änderung der Verhältnisse auf betrieblicher Ebene, im wirtschaftlichen und politischen Zusammenhang.

Laut Georg Michenthaler (IFES, Studien zum Thema Stress und Burn-out) geht aus zahlreichen Untersuchungen in österreichischen Betrieben ein tatsächliches starkes Ansteigen des Problems von "Stress und Burn-out" hervor. Einen eindeutigen Zusammenhang sieht er mit der Veränderung des Normenbildes in Richtung größerer Individualisierung, wobei der Einzelne als "Ich-AG" immer mehr alleine für sein Probleme verantwortlich gemacht werde. Diese Tendenz stellt eine große Herausforderung für solidarisches Miteinander und das Durchsetzen gewerkschaftlicher Forderungen dar. Darüber hinaus sei es für die eigene Balance wesentlich, nicht nur den Job, sondern vermehrt andere Lebensbereiche in das persönliche Konzept von Wertschätzung, Sinn und Bedeutung einzubeziehen.

Die BesucherInnen der ÖGB-Fachbuchhandlung nahmen im Anschluss an die Diskussion vor Ort noch die Beratung folgender "Gesundheits-Stationen" in Anspruch:
+ Gesundheitszentrum Döbling (Dr. Brigitte Bösenkopf, Biofeedback zur Stressmessung)
+ Health Consult (Gesellschaft für Vorsorgemedizin, Doris Falusy)
+ human-ware (Mag. Martina Molnar, elektron. Impulstest)
+ MetaScan (Franz Fellinghauer)
+ Ökowellness (Reinhardt Stefan Tomek)

Eine Veranstaltung des ÖGB-Verlags in Kooperation mit VÖGB und AK Wien.
Mehr Info zur Veranstaltung (mit Web-Album):
http://www.oegbverlag.at/servlet/ContentServer?pagename=V01/Page/Inde
x&n=V01_0.a&cid=1232539997825
FOTOS von der Veranstaltung (Paul Sturm/ÖGB-Verlag):
http://scripts.oegbverlag.at/Fotos/Burnout/

SERVICE:
Natascha Wendt, Michael Ensle: Stress- und Burn-Out-Prävention. Handbuch für Führungskräfte, Betriebsräte und Arbeitsmediziner. ÖGB-Verlag, 21 Euro, ISBN 978-3-7035-1327-5.
Burn-out ist ein Belastungssyndrom, das von emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfung geprägt ist. Es entwickelt sich über Monate, manchmal sogar über Jahre. Innerer Leistungsdruck und zunehmende Belastung am Arbeitsplatz sind verantwortlich für diesen Teufelskreis.
»Das Handbuch wurde dank der vielfältigen ExpertInnenmeinungen zu einem Angebot für all jene, die nicht nur betriebsblind eine Seite der Medaille betrachten wollen, sondern auch an weiteren Aspekten der Burn-out-Problematik interessiert sind.« (Andreas Hainz in »Magazin des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie«, Juli 2008)

ÖGB, 2. März 2009 Nr. 113

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