Papierindustrie sucht Wege aus der Krise

Unternehmen stemmen sich gegen massive Auftragseinbrüche - Unklare Rahmenbedingungen verschärfen Investitionsunsicherheit

Wien (PWK148) - Die österreichische Papierindustrie ist trotz
ihrer hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise stark betroffen. Praktisch alle Unternehmen haben rechtzeitig auf die veränderte Marktsituation reagiert, in vielen Betrieben standen bereits vor Jahreswechsel Papiermaschinen still. Anpassungen sind unumgänglich geworden und betreffen nicht nur Produktionskapazitäten, sondern leider auch das Personal. Dabei sind die Unternehmen sehr bemüht, hochqualifiziertes Stammpersonal auch weiterhin in Beschäftigung halten zu können. Da mit weiteren Verbrauchsrückgängen auf nahezu allen Absatzmärkten zu rechnen ist, erwartet Austropapier, die Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, ein sehr schwieriges Geschäftsjahr 2009.

"Die Unternehmen stemmen sich mit aller Kraft gegen die Krise -aber fast alle berichten über massive Auftragseinbrüche und einen starken Produktionsrückgang im Jänner und Februar, mit einer Bandbreite von minus fünf bis fünfzig Prozent. Das Preisniveau wird nach wie vor in fast allen Sortimenten als schlecht bezeichnet, die Ertragslage vieler Betriebe ist absolut unzureichend", erklärt Austropapier-Geschäftsführer DI Oliver Dworak. Auch für das Gesamtjahr 2009 bleiben die Prognosen anhaltend pessimistisch, eine genaue Einschätzung erscheint derzeit noch nicht möglich. "Die Krise hat den Unternehmen leider auch die Investitionslaune gründlich verdorben: wurde schon 2007 mit den geringsten Investitionen seit zwanzig Jahren ein Tiefpunkt in der österreichischen Papierindustrie erreicht, werden nun neue Projekte auf das absolut notwendige Minimum reduziert. Investitionen in die Erneuerung oder Erweiterung von Anlagen sind gestrichen oder zumindest auf unbestimmte Zeit verschoben", berichtet Dworak.

Die Bundesregierung hat einzelnen Branchen bereits tatkräftige Unterstützung zur Verfügung gestellt - aber auch für die energieintensive Industrie darf keinesfalls verabsäumt werden, die Auswirkungen der Krise mit einem cleveren Maßnahmenbündel abzumildern. Vor allem die Versorgung mit Liquidität ist auch in der Papierindustrie deutlich schwieriger geworden. "Das Vorziehen einzelner größerer Investitionen würde wesentlich zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen, und die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit heimischer Standorte sichern. Dazu fehlen aber oft günstige Finanzierungsmöglichkeiten", so der Austropapier-Geschäftsführer kritisch.

Verschärft wird die Situation durch die Sorge um die zukünftigen energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen. "Die Papierindustrie sucht aus eigener Kraft Wege aus der Krise. Dabei darf Klimaschutz nicht zum Standortkiller werden ! Wir warten dringend auf das Inkrafttreten der Ökostrom-Novelle, die mit der Ausgleichsregelung zu Entlastungen der Betriebe führen soll, und innovative Projekte stimulieren könnte. Ein weiteres großes

Fragezeichen für die Investitionssicherheit besteht, solange die Frage der Zuteilung von CO2-Zertifikaten im Emissionshandel ab 2013 nicht geklärt ist. Auf Grund ihrer Energie- und Exportintensität und ihrer Abwanderungsgefährdung fordert die Papierindustrie, dass sie ihre Zertifikate auf Basis von Energieeffizienz-Benchmarks kostenfrei erhält. Diesbezügliche Entscheidungen sollen nach dem Willen der EU-Kommission aber leider erst Mitte 2010 getroffen werden. " so Dworak abschließend. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Austropapier
DI Ilse Dostal-Wanivenhaus
Tel.: 01/58886-209
Fax: 01/58886-222
dostal@austropapier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0005