Grünewald: Ohne Kollektivvertrag bleibt wissenschaftlicher Nachwuchs ohne Perspektiven

Die von Hahn in Aussicht gestellten 50 Mio. Euro für 2009 sind unzureichend

Wien (OTS) - "Ohne Kollektivvertrag bleibt der wissenschaftliche Nachwuchs ohne Perspektiven. Eine weitere Verzögerung des Kollektivvertrages hätte fatale Auswirkungen auf die Universitäten", warnt der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald und weist darauf hin, dass die von Wissenschaftsminister Hahn in Aussicht gestellten 50 Millionen Euro zu wenig sind. Derzeit verfügen junge HochschullehrerInnen nur über Kurzeitverträge, die unabhängig von erbrachten Leistungen automatisch auslaufen. Die Bewerbung um eine Neuanstellung ist aufgrund knapper und unzureichender Budgets schwierig und viele kreative WissenschafterInnen gehen verloren und flüchten ins Ausland oder in die Industrie.

"Jahrlange starke Abhängigkeiten in überholten Hierarchien verhindern frühe Selbständigkeit und Verantwortung", analysiert Grünewald die derzeitige Situation. "Wenn jungen Menschen an den Universitäten keine Perspektiven sehen, ist das ein Frühwarnzeichen auf das regiert werden muss. Es ist einfach unwahr und polemisch, dass der akkordierte Kollektivvertrag eine Pragmatisierung von der Wiege bis zur Bahre bedingt. Und es ist erschreckend, dass dieses Vorurteil häufig gerade von jenen kommt, die selbst beamtet sind", kritisiert Grünewald.

"Auch die vielgerühmten Vorzeigeuniversitäten bedienen sich einer hohen Anzahl unbefristeter (aber nicht unkündbarer) Verträge, um gute Leute zu halten und von ihrem Wissen und Können zu profitieren", so der Wissenschaftssprecher der Grünen. Der neue Kollektivvertrag hat klare Leistungskriterien, die Grundvoraussetzung für einen Verbleib an der Universität sind. Das im Kollektivvertrag nachgezeichnete ´tenure track´-Modell hat sich im angloamerikanischen Raum bewährt und fand auch zahlreiche Nachahmung.

"Dass das Privatangestelltenrecht letztlich durch den Aufbau von notwendigen Pensionskassen und Rücklagen für Abfertigungen teurer als das alte Beamtendienst- und Besoldungsrecht kommt, ist nicht Schuld der Universitäten und muss in die Budgetverhandlungen einfließen", so Grünewald abschließend.

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