Bauarbeitslosigkeit um mehr als 30% gestiegen!

Bau-Sozialpartner fordern entschiedenere Umsetzung von Konjunkturbelebungsmaßnahmen, Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter um 15.000 höher als im Februar des Vorjahres

Wien (PWK146) - Wie befürchtet, wirkt sich nun mit zeitlicher Verzögerung die angespannte Konjunktursituation auch auf die Bauwirtschaft aus. Die aktuelle AMS-Arbeitslosenstatistik für Februar weist mit 63.585 Personen um 15.240 mehr arbeitslose Bauarbeiter auf als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das bedeutet einen Anstieg von 31,43%. Mit dem strengen Winter ist das, so Bundesinnungsmeister Ing. Hans-Werner Frömmel, nur bedingt zu erklären: "Durch die schlechte wirtschaftliche Stimmungslage, zögerliche Kreditvergaben seitens der Banken an private Bauherren und die schleppende Umsetzung der angekündigten Konjunkturpakete sind viele Firmen vorsichtig geworden und warten mit der Einstellung der Mitarbeiter nach der Winterpause zu."

Auch bei NR Josef Muchitsch von der Gewerkschaft BAU-HOLZ läuten die Alarmglocken: Er fordert die Regierung zu einem entschlosseneren Vorgehen auf: "Leider hat man unsere Warnungen nicht ernst genug genommen und sich beim Maßnahmenpaket für die Bauwirtschaft viel zu lange Zeit gelassen. Wenn jetzt die Politik nicht rasch handelt, wann dann? Der Bau kann die Konjunktur ankurbeln und soll daher nicht von der Krisenstimmung mitgerissen werden."

Im einem "5-Jahrespakt" haben die Bausozialpartner Bundesinnung Bau, Fachverband Steine- Keramik und die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 bereits im Herbst vorigen Jahres die rasche Ergreifung von Konjunkturbelebungsmaßnahmen und Anreizen zur thermischen Sanierung gefordert.

Bundesinnungsmeister Frömmel appelliert an die Regierung, sich beim morgigen Ministerrat auf eine unbürokratische Umsetzung der Förderungen für thermische Sanierungen in der Höhe von Euro 100 Millionen zu einigen und die angekündigten Vorziehprojekte der öffentlichen Hand voranzutreiben.

Neben Förderungen für ökologische Bauweisen werden fiskalische Anreize für Bauinvestitionen wie z.B. Stadterneuerungsmodelle, ein reduzierter Mehrwertsteuersatz, Investitionsprämien und bessere steuerliche Absetzbarkeit von Bauinvestitionen gefordert.

"Unsere Vorschläge", betonen Frömmel und Muchitsch unisono, "bedeuten für das Finanzministerium unterm Strich keine zusätzlichen Kosten, schaffen bleibende Werte, sparen Betriebskosten, schonen die Umwelt, sichern Beschäftigung und kurbeln die Gesamtwirtschaft an. Es wäre geradezu unverantwortlich, den Bau, als Hauptstütze der Konjunktur, durch weiteres Zuwarten abzuwürgen!"

15.000 Arbeitslose im Jahresschnitt - so die einfache Rechnung -belasten die öffentliche Hand mit Euro 200 Millionen, während 15.000 Beschäftigte dem Staat Euro 400 Millionen an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen bringen würden. (us)

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