GLOBAL 2000: EU-Attacke auf Österreichs Gentech-Anbauverbot zum dritten Mal abgewehrt

EU-Kommission muss politische Geisterfahrt beenden und Recht auf gentechfreie Landwirtschaft akzeptieren

Wien (OTS) - Zum dritten Mal hat der EU-Umweltministerrat heute
der Kommission Paroli geboten und mit einem deutlichen Votum die Attacke der EU-Kommission auf das österreichische Anbauverbot abgewehrt. Die EU-MinisterInnen stimmten mit einer Qualifizierten Mehrheit (über 73 Prozent der Stimmen) gegen den Antrag der Kommission, die österreichischen Gentech-Mais-Anbauverbote aufheben zu lassen. Jetzt muss auch die Kommission einsehen, dass sie beim gesamten Gentech-Zulassungsverfahren vor einem Scherbenhaufen steht und weder die Mitgliedstaaten noch die Bevölkerung hinter sich hat. "Das ist ein großer Sieg für die Österreicherinnen und Österreicher, ein Sieg der Vernunft für eine gesunde, gentechfreie Landwirtschaft. Das Engagement der Minister Stöger und Berlakovich hat sich ausgezahlt. Nun muss die EU-Kommission ihre politische Geisterfahrt beenden und den verantwortungslosen und undemokratischen Pro-Gentech-Kurs revidieren", fordert Jens Karg, Gentechnik-Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.

"Die Blanko-Unbedenklichkeitserklärungen im EU-Zulassungsverfahren sind unverzüglich durch seriöse Risikoforschung zu ersetzen. Schließlich fußen die österreichischen Anbauverbote auf gut dokumentierten Mängeln in der Sicherheitsbewertung der Gentech-Produkte und sind reine Schutzmaßnahmen um die Österreicherinnen vor gesundheitlichen Schädigungen zu bewahren", so die UmweltschützerInnen weiter.

Ein Importverbot für GV Mais MON810 wurde 1999 wissenschaftlich begründet in Kraft gesetzt und im Mai 2008 in neuer Form erlassen. Es existieren zahlreiche Indizien dafür, dass der Gentech-Mais MON810 ein Gesundheits- und ein Umweltrisiko darstellt. Der Mais MON810 produziert ein Gift gegen Schädlinge. Dieses nach seinem Ursprungsorganismus bacillus Thuringensis kurz Bt genannte Gift ist allerdings auch für andere, sogenannte Nicht-Ziel-Organismen, schädlich und reichert sich im Boden an. Eine Fütterungsstudie des italienischen Forschungsinstitutes für Ernährung und Lebensmittel kommt zu dem Ergebnis, dass der Gentech-Mais signifikante Veränderungen im Immunsystem bewirken kann und Laboruntersuchungen zeigen, dass der Giftgehalt in den Pflanzen, je nach Messprotokoll stark variiert. Die Schwankungen um bis zu 100 Prozent wurden in der Risikobewertung nicht berücksichtigt.

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