Frauenberger präsentiert das RollenBilderBuch

Wien (OTS) - Unter dem Motto "Bestimme deine Rolle selbst" legt
die Wiener Frauenpolitik im ersten Halbjahr 2009 ihren Fokus auf das Thema Rollenbilder. Die Frauenstadträtin präsentierte am Montag in einer Pressekonferenz das neue RollenBilderBuch, das zur Selbstreflexion über Rollenklischees anregen soll. Auch zwei neue Free-Cards setzen sich mit dem Thema auseinander. Die beiden Slogans der Free Cards: "Frauenrolle vorwärts, statt Dauerwelle rückwärts" und "Frauen tanzen nicht nach Rock und Rolle". Anlässlich des bevorstehenden Frauentages lädt Frauenberger die Wienerinnen zum bereits traditionellen "Offenen Rathaus".

"In wirtschaftlich schlechten Zeiten droht die Gefahr, dass Frauenförderung zum Schlusslicht der politischen und unternehmerischen Agenda wird und bei Gleichstellungsmaßnahmen der Sparstift angesetzt wird. Solche Zeiten bringen oft die Rückbesinnung auf traditionelle Familien-Werte mit sich. Doch gerade jetzt brauchen wir eine starke Frauenpolitik", unterstrich Frauenberger.

Viele frauenspezifische Problemlagen, etwa dass Frauen unbezahlt gesellschaftlich notwendige Arbeiten erledigen, haben mit strukturell verankerten Geschlechterrollen zu tun. Hier müsse die Politik eingreifen, so Frauenberger. "Denn die Einteilung in 'typisch weiblich' und 'typisch männlich' bestimmt unser Denken mehr als uns bewusst ist. Rollenklischees greifen nicht nur viel zu kurz, sondern schränken unsere Handlungs- und Entfaltungsspielräume von Kindesbeinen an ein."

Frauenberger setzt daher im ersten Halbjahr 2009 einen frauenpolitischen Schwerpunkt auf dieses Thema. Zahlreiche Projekte der MA 57 (Frauenabteilung) widmen sich dem Aufbrechen einschränkender Rollenklischees. Frauenberger: "Mir geht es darum, dass sich alle Menschen frei entfalten und ihren Beruf und ihre Lebensform aus dem ganzen Spektrum aller Möglichkeiten wählen können - und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht."

Feuerwehrfrau und Kindergärtner - Ganz normal im RollenBilderBuch

Frauenberger präsentierte im Rahmen der Pressekonferenz das RollenBilderBuch - ein Klappenbuch für Groß und Klein, das dazu anregen soll, sich spielerisch mit den Rollenbildern im eigenen Kopf auseinanderzusetzen. Das Buch wird anlässlich des Frauentages im Rathaus erstmalig verteilt. Außerdem können es Interessierte gratis bei der Frauenabteilung der Stadt (MA 57) unter der Wiener Telefonnummer 4000-83515 bestellen.

Frauenberger: "Einen Weg abseits der üblichen Pfade einzuschlagen, ist nicht immer leicht. Ich möchte Mädchen und Frauen Mut machen, ihren ganz persönlichen Weg zu gehen und sich nicht von gesellschaftlichen Erwartungen einschränken zu lassen. Denn Frauen und Mädchen können alles sein". Um einschränkende Rollenklischees aufzuweichen, wird in Wien der Hebel auf drei Ebenen angesetzt: Und zwar auf Ebene der PädagogInnen, der Eltern und bei den Mädchen und Frauen selbst.

Geschlechtergerechte Pädagogik

Die Zuschreibung stereotyper Geschlechterrollen beginnt bereits im Babyalter. Um Mädchen und Buben gleiche Chancen zu bieten, muss es Kindern ermöglicht werden, sich frei und geschlechtsunabhängig zu entfalten. In Wiener Kindergärten hat darum geschlechtssensible Pädagogik Einzug gehalten. Ausgangspunkt waren ein Pilotprojekt im Kindergarten "fun&care" und Schulungen von KindergartenpädagogInnen durch ExpertInnen der MA 57. Mit der "Education Box", einer Sammlung von Bildungsmitteln (Liederbücher, CDs, Spiele, Gedichte, Märchen...) für Kinder von 0 bis 10 Jahren, hat die MA 57 den PädagogInnen eine wichtige Unterstützung für die Praxis zur Verfügung gestellt. Mittlerweile gibt es auch einen städtischen "Muster Kindergarten" im 12. Bezirk, in der Untermeidlinger Straße 67. Er wurde zur Gänze nach Genderkriterien gestaltet und wird heute von Fachleuten aus ganz Österreich besichtigt.

In der Ausbildung von KindergartenpädagogInnen ist "Genderpädagogik" heute ein fixer Bestandteil. Es ist gelungen, sie im Lehrplan zu verankern. "Auf diesem erfolgreichen Weg heißt es weitergehen. Mein Wunsch ist, geschlechtssensible Pädagogik in ganz Wien als Standard in allen Kinderbetreuungseinrichtungen zu etablieren. Im Frühjahr finden Vernetzungsgespräche zwischen TrägerInnen von Privatkindergärten und Expertinnen statt, damit in Wien künftig alle Mädchen und Buben die gleichen Bedingungen vorfinden", erklärte Frauenberger.
Auch im Schulbereich ist bereits eine strukturelle Verankerung der Genderpädagogik gelungen. Sie hat Eingang in die reguläre Fortbildung von LehrerInnen gefunden. Nächstes Ziel ist die Verankerung der geschlechtssensiblen Pädagogik in der Ausbildung des Lehrpersonals.

Elternarbeit im Kindergarten

Eltern sind die ersten Vorbilder für Kleinkinder. Ihr Rollenverständnis und die eigenen gelebten Rollen sind für die Kinder prägend. Sinn und Nutzen von geschlechtssensibler Pädagogik sollte auch Eltern gegenüber möglichst früh aufgezeigt werden. Denn dann können die Mütter und Väter ihren Kindern ein möglichst breites Spektrum an Möglichkeiten und Chancen auf ihren Lebensweg mitgeben. Als innovatives Projekt wird die Frauenabteilung der Stadt daher erstmals auch Workshops für Eltern von Kindergartenkindern in Auftrag geben.

"Roberta" - Roboter für Mädchen

"Roberta" ist ein Projekt im Auftrag der MA 57, das die Faszination von Robotern nutzt. Es soll bei Mädchen Interesse für Technik, Naturwissenschaften und Informatik wecken. Mädchen lernen dabei spielerisch, Roboter zu programmieren. Die Workshops für Mädchen werden in Wiener Schulen angeboten. "Roberta" läuft bereits seit einem Jahr und war im Vorjahr ein großer Erfolg: 2008 haben in 27 Workshops an KMUs, AHS, Hauptschulen und Polytechnikum 306 Schülerinnen mitgemacht. An der Pädagogischen Hochschule wurden 20 Lehrerinnen zu "Roberta"-Trainerinnen ausgebildet, die als Mulitplikatorinnen wiederum eine noch größere Anzahl an Schülerinnen erreichen können. Auf Grund des großen Erfolgs 2008 wird "Roberta" auch 2009 fortgeführt.

Im Mai wird sich außerdem ein Frauen-Stadt-Talk mit dem Thema Rollenbilder auseinandersetzen. Auch der Wiener Töchtertag und Projekte wie "mut! - Mädchen und Technik" verfolgen das Ziel, Mädchen aus einschränkenden Rollenerwartungen zu befreien.

Einladung ins "Offene Rathaus" am 6. März für alle Wienerinnen

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März lädt die Wiener Frauenstadträtin die Wienerinnen ins Rathaus. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung lautet: "Bestimme deine Rolle selbst!" Über 50 Einrichtungen und zahlreiche Institutionen werden an diesem Tag im Festsaal vertreten sein, und den Besucherinnen bei vielen Fragen mit Rat und Information zur Verfügung stehen.

In Workshops können Besucherinnen selbst aktiv werden. Beim Stand der Volkshochschule etwa können Heimwerkerinnen und alle, die es noch werden wollen, tolle Tipps und Tricks erfahren. Thementalks rund um Rollenbilder in verschiedenen Lebensbereichen regen zum Nachdenken an und zeigen Veränderungsmöglichkeiten auf. Auch für Unterhaltung ist mit der Kabarettistin Andrea Händler und der Theaterperformance "dead end" von 6 Frauen gesorgt. Die Musik kommt von SIGMA jazz.

Ein Bild der Politik von innen kann sich machen, wer sich vor Ort für eine Rathausführung anmeldet. Am Programm der Führungen steht auch ein Treffen mit der Frauenstadträtin im Gemeinderatssitzungssaal. Außerdem wird eine Gratisführung durch die Ausstellung "Stadt und Frauen - Eine andere Topographie von Wien" angeboten.

Im Stadtsenatssitzungssaal wartet eine Fotoausstellung der anderen Art: Den Gemälden aller bisherigen Wiener Bürgermeister werden die Fotos und Biographien von wichtigen Wiener Pionierinnen gegenüber gestellt. Die Künstlerin Irene Andessner ließ sich in den Rollen dieser Frauen.

Während der gesamten Veranstaltung gibt es kostenlose Kinderbetreuung, der Einritt ist frei. "Ich freue mich, an diesem besonderen Tag mit vielen Wienerinnen ins Gespräch zu kommen", so die Frauenstadträtin.

o Zeit: 6. März, 15:30 bis 19 Uhr Ort: Festsaal des Wiener Rathauses rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

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