Welpenhandel - Todeshandel

Wien (OTS) - Wöchentlich werden hunderte Hundewelpen durch Österreich transportiert. Viele der Tiere sterben während des Transports oder in weiterer Folge an Infektionen wie der Parvovirose. Der Verband pro-tier.at fordert anlässlich einer Pressekonferenz europaweite Maßnahmen.

Aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung des Gesundheitsministeriums geht hervor, "dass durchschnittlich viermal pro Woche jeweils zwischen 30 und 100 Hundewelpen von slowakischen Tierzüchtern zum Flughafen Wien und von dort nach Spanien (...) weiter transportiert werden."

Rechnet man dies hoch, ergibt das zwischen 6.240 und 20.800 Welpen, die alleine über den Wiener Flughafen ins EU-Ausland verbracht werden. Nicht mitgezählt sind jene Transporte per Auto, die fast tagtäglich durch Österreich rollen.

Mag. Alexander Willer, Vizepräsident Verband pro-tier.at, ortet Handlungsbedarf auf nationaler wie europäischer Ebene: "§8a des Bundestierschutzgesetzes, der das Feilbieten und Verkaufen von Hundewelpen auf öffentlich zugänglichen Plätzen verbietet, muss um den Begriff 'Internet' nachjustiert werden. Wer den Hundeverkauf über den virtuellen Raum abwickelt, geht den Behörden derzeit durch die Finger."

Und weiter: "Gerade in Hinblick auf die anstehenden Europawahlen fordert der Verband pro-tier.at eine Änderung der EU-Tiertransport-Verordnung. Geringe Geldstrafen oder Verwahrfristen reichen nicht aus, den ausufernden Welpenhandel einzudämmen. Die neue EU-Verordnung sollte vorsehen, dass illegal oder grob fahrlässig transportierte Tiere für verfallen erklärt werden können. So könnte man ausschließen, dass skrupellose Händler die Hundebabys wieder zurückerhalten oder auch noch Entschädigungszahlungen bekommen."

Ins selbe Horn stößt Dr. Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins: "Auch in Zeiten der Wirtschaftskrise muss es ein gemeinsames Anliegen sein, dass die Gesetzgebung in Österreich und in der EU das Elend der zu Wegwerfprodukten degradierten Hundewelpen endlich abstellt. Es kann nicht sein, dass Institutionen wie der Wiener Tierschutzverein an Parvovirose erkrankte Schmuggelwelpen aufnehmen und medizinisch behandeln sollen und dann auch noch mit Klagedrohungen seitens gewissenloser Hundehändler zu rechnen haben."

Mag. Christiane Brunner, Tierschutzsprecherin der Grünen, fasst zusammen: "Die derzeitigen rechtlichen Instrumentarien in
Sachen ausufernder internationaler Welpenhandel greifen zu kurz. Europaweite Probleme brauchen europaweite Lösungen: Es müssen EU-einheitliche Regelungen für die Zucht und den Handel mit Haustieren geschaffen werden, die den modernen Tierschutzstandards entsprechen." Auch die Grünen treten dafür ein, "das Internet als 'öffentlich zugänglichen Raum' in den rechtlichen Wirkungsbereich mit einzubeziehen, damit gegen die organisierte Schlepperei von Tieren seitens der Behörde eingeschritten werden kann."

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Mag. Alexander Willer
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