Erster Höhepunkt des Wiener Darwin-Jahres

Viertägiges Symposium mit Kardinal Schönborn, Svante Pääbo, Eva Jablonka

Wien (OTS) - Einem ersten Höhepunkt strebt das von der Stadt Wien initiierte Charles-Darwin-Jahr zu: Unter dem Titel "Evolution - Die Grundlage für ein Verstehen des Wandels in der Welt" beleuchten ab 3. März Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen Auswirkungen und Anwendungen von Darwins Erkenntnissen. "Beginnend mit der Biologie hat man beobachten können, wie sich Dinge, die man vorher als konstant und stabil betrachtet hat, über lange Zeiträume hinweg verändern. Die Idee, dass die Welt sich wandelt und wir nur ein sehr kleines Zeitfenster betrachten, hat sich seither in der gesamten Wissenschaft durchgesetzt", so Peter Schuster, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Die ÖAW richtet gemeinsam mit dem Wiener Rathaus und der Universität Wien ein viertägiges Symposium aus, das unter dem Titel "Evolution -Die Grundlage für ein Verstehen des Wandels in der Welt" den Einfluss Darwins auf so unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen wie Biologie, Neurologie und Wirtschaftswissenschaften untersucht.

Eröffnet wird das Symposium mit einem Vortrag von Svante Pääbo, jenem Stockholmer Paläogenetiker, der 1985 als erster die Klonierung der DNA einer Mumie bewerkstelligte und dessen Team kürzlich die fast komplette Sequenzierung des Neandertaler-Genoms gelang (Wiener Vorlesungen/Rathaus).

Vortrag von Kardinal Christoph Schönborn zum Thema "Schöpfung und Evolution"

Mit Spannung erwartet wird natürlich auch der Beitrag von Kardinal Christoph Schönborn am Tag darauf in der Aula der Wissenschaften: Nachdem er vor vier Jahren in einem Beitrag für die "New York Times" eine internationale Debatte über das Intelligent Design losgetreten hat, spricht er am Mittwoch über "Schöpfung und Evolution - zwei Paradigmen und ihr gegenseitiges Verhältnis". "Die Bedeutung von Wissenschaft für die Erkenntnis von Welt und Gesellschaft ist dialektisch.", erklärt Hubert Christian Ehalt, Koordinator der Wiener Vorlesungen: "Wissenschaft erklärt, drängt Mythen und Vorurteile zurück, vergrößert den Bestand des sicheren Wissens; gleichzeitig beseitigt Wissenschaft 'alte Gewissheiten' und öffnet unser Bewusstsein für das Neue. In diesem Wechselspiel leistet exzellente Wissenschaft einen Schlüsselbeitrag für Demokratie, für eine offene Weltsicht."

Vier Tage lang werden Eva Jablonka, Sebastian Bonhoeffer, Peter Markl und andere erläutern, wie Biochemie und Molekularbiologie das evolutionäre Gedankengut weiterentwickeln und wie Darwins Erkenntnisse uns heute bei der Beantwortung ökonomischer, ökologischer und sozialer Fragen helfen kann. Im Rahmen des Symposiums wird zudem eine Studie über die Österreicher und ihre Sicht auf die Evolutionstheorie vorgestellt.

o Alle Informationen zum Programm des Charles-Darwin-Jahres: www.charles-darwin-jahr.at o Anmeldung und Information zum Symposium: Marianne Baumgart Österreichische Akademie der Wissenschaften E-Mail: public.relations@oeaw.ac.at Telefon: +43 1 51581 1219

(Schluss) red

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