Tumpel: "Höchste Zeit, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen"

Bei Konjunkturprogrammen darf es keine Verzögerung geben

Wien (OTS) - "Bei einer so dramatischen Entwicklung der Arbeitslosigkeit müssen es die verantwortlichen Minister schaffen, die von der Regierung beschlossenen Konjunkturpakete tatsächlich rasch umzusetzen", sagt AK Präsident Herbert Tumpel zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen: "Es geht dabei immerhin um Ankurbelungsmaßnahmen im Umfang von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung." Jetzt sei es "höchste Zeit, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen". Mit Ende Februar sind fast 360.000 Menschen auf Arbeitssuche (301.065 als arbeitslos registriert, 57.983 in Schulung) - und das ist der bisher höchste Wert des Jahrzehnts. Zugleich ist die Zahl der Arbeitssuchenden mit plus 58.028 oder 19,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach 2000 noch nie so stark gestiegen wie jetzt. "Diese Entwicklung muss alle aufrütteln", sagt Tumpel, "es muss alles getan werden, um möglichst viele Menschen in Arbeit zu halten und neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen." Für den AK Präsidenten geht es zunächst einmal um massives wirtschaftspolitisches Gegensteuern. Außerdem, so Tumpel, brauchen die Menschen dringend mehr Kaufkraft:
"Die versprochene Steuersenkung ist ein erster Schritt, und ich verlange, dass die Unternehmen lückenlos verpflichtet werden, die rückwirkende Steuersenkung bereits mit den April-Löhnen auszuzahlen."

Die am stärksten vom Einbruch auf dem Arbeitsmarkt betroffene Gruppe sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. So stieg die Arbeitslosigkeit bei den 15-24-Jährigen im Österreich-Schnitt um 35,9 Prozent. Der regionale Anstieg der Arbeitslosigkeit konzentriert sich weiterhin auf die westlichen Bundesländer mit Werten von bis zu 44 Prozent (in Oberösterreich), während in Wien, Niederösterreich und Burgenland der Anstieg unter zehn Prozent blieb. Die am stärksten betroffenen Branchen sind nach wie vor die Sachgüterindustrie, der Bau und die Leiharbeit.

Einer Meinung weiß sich Tumpel mit dem Arbeitsminister, dass auch in der Arbeitsmarktpolitik weitere Schritte notwendig sind. Ein zweites Arbeitsmarktpaket mit weiteren Möglichkeiten zur Vermeidung von Kündigungen etwa durch eine Reform der Altersteilzeit oder beim Bildungsurlaub muss rasch erarbeitet und umgesetzt werden. Außerdem muss, so Tumpel, alles getan werden, um den Jungen auf dem Arbeitsmarkt zu helfen: "Von der Aufstockung der Ausbildungsplätze bis hin zur einer Fachkräfte-Ausbildungsoffensive - wir müssen ganz einfach alles tun, um den Jungen bei der Bewältigung der Arbeitsmarktkrise so gut wie möglich zu helfen, und ihnen vor allem eine gute Ausbildung garantieren."

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