FSG: Arbeitszeiterhöhung gefährdet Unterrichtsqualität und Schulentwicklung

"Schmied- Express" fährt ohne Rücksicht auf die Lehrer weiter

Wien (FSG) - Stefan Wenka, Fraktionsvorsitzender der FSG BMHS, ist über den Brief von BM Schmied an die Schulpartner bestürzt. Mit ihrem Schreiben zementiert sich BM Schmied in ihrer Position weiter ein und diktiert einseitig tiefgehende dienstrechtliche Änderungen, ohne mit den Betroffenen nur ein Gespräch geführt zu haben. Einseitige Vorgaben entsprechen nicht der Kultur einer Sozialpartnerschaft und sind daher entschieden abzulehnen. ++++

Die Argumentation, dass aufgrund der Wirtschaftskrise ausschließlich die Lehrer einen Solidarbeitrag für das Bildungsbudget zu leisten haben ist absurd. Vermögenssteuer und Finanztransaktionssteuer werden nicht in Betracht gezogen, unser Dienstrecht hingegen wird mit den Füßen getreten. Die Lehrer sind mit Sicherheit nicht an der Finanzkrise schuld, aber die Konsequenzen möchte man uns in Form einer 10-prozentigen Arbeitszeiterhöhung anlasten, was völlig inakzeptabel ist.

Unterschwellig findet sich in diesem Brief der Vorwurf, dass wir Lehrer zu wenig arbeiten. Dabei ignoriert BM Schmied offenbar die Arbeitszeitstudie aus dem Jahr 2000, die belegt, dass Lehrer mindestens die gleiche Jahresarbeitszeit haben wie Bedienstete in der Privatwirtschaft, und dass zwei Stunden mehr Unterricht weitere zwei Stunden Vor- und Nachbereitung mit sich bringen. In ihren zahlreichen Schulbesuchen müssten ihr doch auch die vielen Tätigkeiten und Projekte zusätzlich zum Unterricht, die die Lehrer mit viel Engagement betreiben, aufgefallen sein. Offenbar leider nicht. Lehrersein ist eben mehr als Unterricht. Die jetzt einseitig diktierte Arbeitszeiterhöhung gefährdet die Unterrichtsqualität, die engagierte Schulentwicklung und wirkt sich negativ auf die Motivation der Lehrer aus.

BM Schmied ist ihr Amt mit dem Vorsatz "Betroffene zu Beteiligten zu machen" angetreten. Durch die jetzige Vorgehensweise wird dieser Vorsatz völlig außer Acht gelassen und die betroffenen Lehrer werden zur Gänze übergangen. Dieser völlig ungerechtfertigten Arbeitszeiterhöhung wird mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln entgegengetreten, stellt Stefan Wenka abschließend fest.

FSG, 2. März 2009 Nr. 13

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Stefan Wenka
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