Februar-Arbeitslosigkeit um 23,7 Prozent über dem Vorjahresniveau

Zahl der Jobsuchenden stieg um 57.842 auf insgesamt 301.695 - Sachgüterproduktion und Arbeitskräfteüberlasser vom Anstieg am stärksten betroffen

Wien (OTS) - Ende Februar gab es in Österreich einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Gegenüber Februar 2008 stieg die Zahl der Jobsuchenden um 57.842 Personen oder 23,7 Prozent auf insgesamt 301.695 Betroffene an. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung lag Ende Februar bei 8,3 Prozent, gegenüber Februar des Vorjahres stieg die Arbeitslosenquote um 1,5 Prozentpunkte. Die zuletzt verfügbare EU-Quote vom Jänner betrug 4,0 Prozent. Damit liegt Österreich innerhalb der EU weiterhin hinter den Niederlanden an zweitbester Stelle.

"Besorgniserregend ist das Gleichbleiben der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat, üblicherweise sinkt im Laufe des Februars saisonbedingt die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf schon wieder. Ursache für diese unerfreuliche Entwicklung ist neben der schlechten konjunkturellen Entwicklung auch die schlechte Wetterlage, die sich an den Bauarbeitslosenzahlen deutlich zeigt", betone Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS). Diese schlechte Entwicklung zeigt sich auch in der Beschäftigtenstatistik, die Zahl der unselbständig Beschäftigten wird nach ersten Schätzungen des BMASK Ende Februar mit rund 3.350.000 oder -13.000 gegenüber dem Vorjahr erstmals seit April 2002 rückläufig sein.

Vom kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit waren alle Bundesländer betroffen. Bedingt durch die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur fiel der Anstieg jedoch unterschiedlich stark aus. Den relativ stärksten Zuwachs gab es in Oberösterreich (plus 11.587 oder 44,2%), gefolgt von Salzburg (plus 4.237 oder 42,6 %), Vorarlberg (plus 2.456 oder 30,7 %), Kärnten (plus 6.046 oder 30,0%), der Steiermark (plus 11.334 oder 29,7 %), Tirol (plus 4.283 oder 28,3 %) und Niederösterreich (plus 10.710 oder 24,7%). Im Burgenland (plus 1.823 oder 17,8%) und in Wien (plus 5.366 oder 7,4 %) blieb der Anstieg deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Nach Branchen betrachtet zeigt sich Ende Februar folgendes Bild: Der größte Arbeitslosenanstieg Ende Februar war im Bereich der Herstellung von Waren (Sachgüterproduktion) (plus 11.421 bzw. 46,6%) und damit eng zusammenhängend bei der Arbeitskräfteüberlassung (plus 9.214 bzw. 43,0%) zu verzeichnen. In der Baubranche lag die Zahl der Arbeitslosen um 15.240 Personen oder 31,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. In anderen Branchen hingegen ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit vergleichsweise moderat. So zeigt der Handel ein Plus von 5.186 bzw. 14,6%, im Bereich des Tourismus steigt die Arbeitlosigkeit mit +2.830 bzw. 11,9%.

Ende Februar stieg die Arbeitslosigkeit in allen Altersgruppen. Den stärksten Anstieg gab es bei den Jobsuchenden unter 25 (plus 12.529 oder 35,9 %). Die Zahl der Arbeitslosen im Alter zwischen 25 und 49 Jahren nahm um 36.557 oder 23,2 % zu, die der über 50-Jährigen um 8.756 oder 17,0%.

Ende Februar 2009 liegen den regionalen Geschäftsstellen des AMS 26.275 sofort verfügbare gemeldete offene Stellen vor. Damit lag der Bestand offener Stellen um -10.757 bzw. -29,0% unter dem Wert des Vorjahres. 4.998 sofort verfügbare vorgemerkte Lehrstellensuchende stehen 3.157 gemeldete sofort verfügbare offene Lehrstellen gegenüber. Die Lehrstellenlücke betrug damit 1.841(+857) Lehrstellen.

Die Zahl der Personen in Schulung blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert, so befanden sich Ende Februar mit 57.983 um 186 bzw. 0,3% mehr Personen in einer Ausbildung durch das AMS.

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