Frauenwunsch-Kalender Tür 1: Mit Frauenpower gegen dubiose Sanierer

Wien (OTS) - Wunsch eins: Hoch bezahlte Männer haben die Weltwirtschaft in den Sand gesetzt. Jetzt sollen sie die nötigen Konjunkturpakete gefälligst unter paritätischer Beteiligung von uns Frauen schnüren

Der Frauenwunsch-Kalender ist eine Aktion des Österreichischen Frauenrings zum 101. Internationalen Frauentag. Der Österreichische Frauenring vertritt als Dachorganisation der meisten österreichischen Frauenorganisationen und -vereine mindestens eine Million Frauen, dazu die unergründliche Zahl ihnen gleichgesinnter, solidarischer oder verbündeter Männer.

Weltweit werfen derzeit die Regierungen Autoherstellern, Banken, Baulöwen und Immobilienhaien Milliarden nach. "Manager mit Millionengagen haben jahrzehntelang die Gewinne ihrer Unternehmen privatisiert. Jetzt wälzen sie die Verluste und die Verantwortung für ihre Misswirtschaft völlig ungeniert auf die SteuerzahlerInnen ab, und die Politiker machen sich auch noch zu ihren Komplizen", kritisiert Christa Pölzlbauer, die Vorsitzende und Sprecherin des Österreichischen Frauenrings.

Die Diagnose des Dachverbands der Frauenorganisationen: Der staatliche Geldregen zur Sanierung der ins Schleudern geratenen Wirtschaft rinnt hauptsächlich in den männlichen Arbeitsmarkt. "Die Machteliten sind männlich, und sie investieren unverdrossen in sich selbst. Dabei geht es genauso um die Geschäfte, die Unternehmen, die Arbeitsplätze, die Kaufkraft und die Steuerleistung von uns Frauen. Dass wir durch den hohen Teilzeitanteil oder die grundsätzlich geringere Bezahlung sogar noch viel gefährdeter sind, sieht Mann nicht", sagt Pölzlbauer.

Im Gegenteil: Steigt die Arbeitslosigkeit der Männer, dann steigt auch die Tendenz, die Frauen zurück an den Herd zu komplimentieren. Doch fast 75 Prozent aller Frauen in Österreich sind berufstätig -einen massiven Exodus der Steuerzahlerinnen aus der Arbeitswelt kann sich das Land gar nicht leisten, sagt der Frauenring. Er wünscht sich einen Sofortschwenk zu wirkungsvoller Frauenpolitik auf Platz eins der Prioritätenliste im aktuellen Krisenmanagement. "Wir brauchen weniger Carepakete für handverlesene Branchen, von denen niemand weiß, ob sie durch immer neue Kredite überhaupt zu retten sind. Gefragt sind mehr und nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur, in Kindergärten, Horte oder Ganztagsschulen, in staatlich finanzierte Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen", sagt Pölzlbauer. Hier ist nicht nur die Frauenministerin, sondern die gesamte Bundesregierung gefordert.

Die Frauenring-Vorsitzende erinnert daran, dass Frauen bisher immer nur dann in die erste Reihe geholt wurden, wenn Kriegstrümmer zu beseitigen oder allzu dicker Dreck am Stecken mächtiger Männer wegzuwischen waren. "Jetzt wollen wir gleichberechtigt mit am Tisch des Krisenmanagements sitzen und unsere Ansprüche und Fähigkeiten einbringen. Wir fordern verantwortungsbewusstes Handeln der PolitikerInnen, indem sie kompetente Frauen einbinden. Weg mit den zweitklassigen Managern, her mit den hochqualifizierten Frauen!" fordert sie.

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