Pöttering fordert Rechte für Christen in muslimischen Ländern

Europaparlament-Präsident warnt bei Sozialpolitischem Aschermittwoch der Kirchen in Deutschland vor "Clash of Civilizations"

Berlin, 25.2.09 (KAP) Der Präsident des Europaparlaments, Hans-Gert Pöttering, hat muslimisch dominierte Länder zur Toleranz gegenüber Christen aufgerufen. "So wie wir respektieren, dass Muslime bei uns in Moscheen beten, müssen Christen auch in muslimischen Ländern in Kirchen beten dürfen", sagte er am Mittwoch beim "Sozialpolitischen Aschermittwoch" der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland. Der Dialog der Kulturen könne nur Erfolg haben, wenn er keine Einbahnstraße sei, erklärte der Politiker vor rund 400 Vertretern aus Politik, Kirchen, Wirtschaft und Gesellschaft im Essener Dom.

Bei seinem jüngsten Besuch in Saudiarabien hätten sich dortige Politiker mit dem Argument herausgeredet, dass es "im Vatikan auch keine Moschee gibt", kritisierte Pöttering. Diese Sichtweise könne allenfalls für Orte wie Mekka oder Medina gelten, nicht aber für ein ganzes Land, habe er entgegnet. Gerade in Saudiarabien würden hunderttausende christliche Arbeitsmigranten leben, die Gottesdienst feiern wollen, betonte der Parlamentspräsident.

Die Zukunft Europas hängt nach Einschätzung von Pöttering wesentlich von der Zusammenarbeit mit dem Islam ab. Er warnte vor einem "Clash of Civilizations" nach den Vorstellungen des kürzlich verstorbenen US-Wissenschaftlers Samuel Huntington. "Gerade Europa hat die politische und moralische Pflicht, diesen Zusammenprall zu verhindern", so Pöttering. Das gelte besonders mit Blick auf den Nahen Osten. Gemeinsam mit den USA und gemäßigten arabischen Staaten müsse die EU sich für einen "wirklichen Frieden" einsetzen. (ende) K200901949
nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0002