Lehrer sind keine neoliberale Jongliermasse

Frais: "Pröll und Schmied müssen von höherer Lehrverpflichtung Abstand nehmen"

Linz (OTS) - "Hunderte Milliarden Euro an öffentlichen Steuergeldern werden für Banken und Börsen, die Verursacher der globalen Finanzkrise, ausgegeben. Offensichtlich sollen diese Zeche jetzt auch die Lehrer zahlen, indem ihre Lehrverpflichtung um 2 Wochenstunden angehoben wird. Dies wird von der SP-Oberösterreich entschieden abgelehnt. Außerdem handelt es sich um einen einmaligen Akt politischer Unkultur, dass massive Arbeitszeit-Verschlecht-erungen ohne Verhandlungen mit der Gewerkschaft durchgedrückt werden sollen", so SP-Klubobmann Dr. Karl Frais.

Gegen die von Pröll und Schmied geplanten Maßnahmen sprechen zahlreiche Argumente:

Massiver Eingriff ins Arbeitsleben: Gerade jene Lehrer, die schon seit Jahrzehnten bestens unterrichten und wenige Jahre vor der Pensionierung stehen, sind von der zusätzlichen Lehrverpflichtung besonders betroffen. Die Umstellung auf Mehrarbeit kurz vorm Ende des Arbeitslebens ist unzumutbar.
Schwerer Vertrauensbruch: Wenn der Dienstgeber von einem Tag auf den anderen die dienstrechtlichen Rahmenbedingungen über den Haufen wirft, indem de facto die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich erhöht wird, dann führt das zu Frustration und Demotivation der Lehrerinnen und Lehrer.
Unterrichtsqualität gefährdet: Wenn die Lehrverpflichtung auf Kosten von Vorbereitungszeit und Korrekturzeiten erhöht wird, dann bedeutet das, dass die Lehrer weniger Zeit haben, um für qualitativ gute Unterrichtseinheiten in den Klassen zu sorgen.
Engagierte Lehrer werden bestraft: Wer als Lehrer hohe Ansprüche an seinen Unterricht hat, der braucht schon jetzt mehr als die zur Verfügung stehenden 40 Stunden, um Vorbereitung, Lehrverpflichtung und Korrekturen zu erledigen. Diese besonders engagierten Lehrer müssen, wenn sie die hohe Qualität ihres Unterrichts beibehalten wollen, jetzt noch deutlich mehr unbezahlte Arbeit leisten. Psychische Belastung: Viele Lehrer leiden aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen an den Schulen und der immer größer werdenden Anforderungen an die Schulen unter Anzeichen des Burn-Out-Syndroms. Durch eine Verdichtung der Lehrverpflichtung wird der Druck auf diese Menschen weiter erhöht.
Keine Chance für Junglehrer: Durch die Lehrverpflichtungserhöhung erlischt die Chance für viele ausgebildete Junglehrer, im Schulwesen eine Anstellung zu finden. Gerade jetzt in Zeiten der Finanzkrise gibt es für diese Menschen kaum berufliche Alternativen - viele von ihnen werden in die Arbeitslosigkeit getrieben.

"Ich appelliere an Finanzminister Pröll und Unterrichtsministerin Schmied die von Ihnen verkündete budgetäre Einigung über die Lehrerarbeitszeit sofort zurückzunehmen. Die Lehrerinnen und Lehrer dürfen jetzt nicht die Zeche für die Verursacher der globalen Finanzkrise zahlen", betont Frais.

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner
Tel.: (o732) 7720-11313

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS40001