Erster Gesundheitswirtschaftskongress in Wien stattgefunden

Gesundheit wird wirtschaftlich noch mehr an Bedeutung gewinnen

Wien (OTS) - Der 1. Österreichische
Gesundheitswirtschaftskongress, der am Dienstag im Austria Trend Hotel in Wien in Kooperation zwischen Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) und dem Gesundheitsunternehmer Heinz Lohmann stattgefunden hat, stand unter dem Motto "Qualität und Wirtschaftlichkeit durch Modernität". KAV-Generaldirektor Wilhelm Marhold betonte, ebenso wie Lohmann, gleich zu Beginn, dass "die Gesundheitswirtschaft Teil der Gesamtwirtschaft sei, die in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werde." Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely erinnerte daran, dass die Stadt Wien im Rahmen des aktuellen Konjunktur- und Beschäftigungspaketes in die Bereiche Gesundheit und Soziales rund 311 Millionen Euro investiere. Damit werde ein "wichtiger Investitionsschub in den Wiener Spitälern und Pflegehäusern ausgelöst." Auch für die Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, KR Brigitte Jank, entwickelt sich der Gesundheitsbereich zu einer "führenden Wirtschaftsbranche, die für einen enormen Innovations- und Technologieschub sorgen wird."

Lebhafte Diskussion um Gesundheitssystem

Obwohl der Gesundheitsbereich als wichtiger Wachstumsmarkt gesehen wird, nimmt der Druck auf das öffentliche Gesundheitssystem zu. Rund um die Finanzierungsfrage entstand eine lebhafte Diskussion, insbesondere hinsichtlich der Rolle des Staates. Max Laimböck, Studiengangsleiter an der Fachhochschule für Gesundheit in Tirol und prononcierter Privatisierungs-Befürworter, sieht in Österreich derzeit die Gefahr, dass "wichtige internationale Entwicklungen verschlafen würden." Unternehmen in die Eigenverantwortlichkeit zu entlassen, sei für ihn ein notwendiger Schritt in Richtung Effizienz.

Hundstorfer gegen übertriebene Privatisierungs-Phantasien

Im Gegensatz dazu bezeichnete der Bundesminister für Soziales, Arbeit und Gesundheit, Rudolf Hundstorfer, in seinem Statement das derzeitige staatliche Gesundheitssystem als "am Stabilsten." Der Minister ist strikt dagegen, das Gesundheitswesen, den, von Laimböck favorisierten, "marktwirtschaftliche Gesetzen zu unterwerfen." In einem Nebensatz erinnerte er an die aktuelle weltweite Wirtschaftskrise, wo der Staat seit kurzem wieder eine "positive Renaissance" feiere. Weiters bezeichnete er die derzeitige "Mischform" aus öffentlicher und privatwirtschaftlicher Gesundheitsversorgung als "gut, um über die Runden zu kommen". Permanente Qualitätskontrollen seien freilich immer vonnöten.

Zukunftsperspektiven - Absage an "Zwei-Klassen-Medizin"

Kongresspräsident Lohmann bezeichnete abschließend die Modernisierung des Gesundheitssystems als "wesentliche Herausforderung". Einer "Zwei-Klassen-Medizin" müsse man jedenfalls entgegensteuern. Qualität und Wirtschaftlichkeit könnten mithilfe starker Partner aus Industrie und Dienstleistungsbereich erreicht werden. Zudem sei ein verstärkter Dialog aller Beteiligter notwendig, um weiterhin Spitzenmedizin anbieten zu können. In weiteren Wortmeldungen äußerten sich auch u.a. Franz Bittner (Wiener Gebietskrankenkasse), der bekannte Gesundheits-Fachmann Christina Köck und VAMED-Manager Gottfried Koos. (Schluss) red

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