UEAPME: Aufruf an die Kommission, Konjunkturbelebungsmaßnahmen auch für KMU

Umfrage: Europäische KMU sind jobsicher - Unternehmensfinanzierung hot spot der Betriebe

Wien (PWK139) - "Europa muss nun der Versuchung des
Protektionismus widerstehen. Es ist jetzt wichtiger rasch die in den letzten Monaten bereits angekündigten und verabschiedeten Konjunkturbelebungsmaßnahmen zu implementieren. Nur so kann die Auswirkung und Dauer der Wirtschaftskrise gering gehalten werden", betonte heute, Mittwoch, der Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk und Präsident der UEAPME, GeorgToifl. Im Rahmen des heutigen Treffens der Europäischen Sozialpartner mit Europäischen Kommission betonte Toifl die Relevanz eines leichten Finanzzugangs als wichtiges Anliegen der KMU. Wesentlich sei es, KMU in den Maßnahmen zur Beschäftigung mit einzubinden. Weiters ruft Toifl die Kommission dazu auf, ihre Bemühungen im Projekt "Verwaltungskosten senken" zu verstärken: "Es wird Zeit, sagt er, dass wir in der Debatte über die Wirtschaftskrise endlich Taten sprechen lassen."

"Das heutige Treffen ist in seiner Außerordentlichkeit mit den vorherrschenden wirtschaftlichen Bedingungen vergleichbar. Europa setzt damit ein vielversprechendes Zeichen für seine Bereit-schaft der Krises entgegenzusteuern und ist ein Weg den Dialog aller betroffenen Parteien zu fördern", so Toifl. Die in den letzten Monaten verabschiedeten Konjunkturbelebungsmaßnahmen würden dem wirtschaftlichen Abschwung entgegenwirken. Allerdings seien noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Europa müsse dafür sorgen, dass keinesfalls Protektionismus zum Schutz der jeweils eigenen Volkswirtschaft einsetze. Die angekündigten Konjunkturbelebungsmaßnahmen müssten so rasch wie möglich umgesetzt werden, um die Krise bewältigen zu können, unterstrich der UEAPME-Präsident.

Der Finanzzugang ist ein offensichtliches Anliegen der KMU:
Kreditmangel und teure Kreditangebote machen es KMU nicht nur schwer Investitionen, sondern auch ihr Tagesgeschäft zu finanzieren. Dank der schnellen Reaktion der EU-Institutionen erlitt die KMU-Finanzierung keinen vollständigen Stillstand, erklärt Toifl. Nichtsdestotrotz müssen die Genehmigungen für die Beihilfen im Rahmen der befristeten Konjunkturprogramme rascher erfolgen und auch die neuen KMU-Finanzierungsinstrumente müssen letztendlich zu den Kleinunternehmern durchdringen. Dazu sollten Verträge mit Finanzvermittlern auf nationaler oder regionaler Ebene abgeschlossen werden. Die Europäische Kommission sollte auch einen gewagteren Vorschlag hinsichtlich der Zahlungsrückstände von Privatkunden andenken, um die Liquidität von KMU nicht weiter dadurch zu gefährden.

In Bezug auf den Arbeitsmarkt und Beschäftigung, stellte Toifl die ersten Ergebnisse einer Umfrage vor, die von der UEAPME durchgeführt wurde. Die Resultate zeigen, dass Kleinunternehmer im Vergleich zu Großunternehmern trotz Krise eher von Entlassungen Abstand nehmen. Je kleiner das Unternehmen ist, umso besser sind die Beschäftigungsaussichten. Trotzdem dürfen Kleinunternehmen nicht alleingelassen werden, setzt Toifl fort. Sie benötigen Unterstützung, um dieses verantwortungsvolle Handeln beibehalten zu können. Dazu zählen Übereinkommen zur flexiblen Beschäftigung, begrenzte Arbeitlosenunterstützung, sowie Maß-nahmen zur Schulung und Requalifikation der Belegschaft. Wenn Großunternehmer ihre Tätigkeiten einschränken oder sogar einstellen, ist nicht nur das eigene Personal betroffen, sondern im gleichen Ausmaß die Kleinlieferanten und Subunternehmer. Deshalb sei es unumgänglich, dass KMU in die Restruktuierung der Unterstützungsmaßnahmen eingebunden werden, was derzeit nicht der Fall sei.

Abschließend betont Toifl die Bedeutung einer raschen Umsetzungsphase. "Es ist gerade jetzt an der Zeit den Mittelstand in den Vordergrund zu stellen und zuerst an die Kleinen zu denken. Der Slogan "Think Small First" darf nicht nur als Schlagwort stehen bleiben. Er muss das Grundprinzip der europäischen Unternehmenspolitik werden. Ein Fortschritt in diese Richtung ist deutlich spürbar, aber das Ziel haben wir noch nicht erreicht: zum Beispiel müssen noch weitere Maßnahmen getroffen werden, um die Verwaltungskosten weiter zu senken. Wenn die Initiativen, die in den letzten Monaten angekündigt wurden, nur auf Papier stehen bleiben, werden wir Unternehmer allein gelassen. Europa kann sich eine Lücke zwischen Worten und Taten derzeit einfach nicht leisten", schließt Toifl ab. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Gewerbe und Handwerk
Helmut Heindl
Tel: +43 (0)5 90 900 3291,
Fax: +43 (0)5 90 900 217
Email: helmut.heindl@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003