Postgewerkschaftschef Fritz entsetzt über Aussagen von Post-Filialnetzvorstand Dr. Götz

Vorschlag der Belegschaftsvertretung für umsetzbare Alternative zu Postamtsschließungen liegt vor

Wien (ÖGB/GPF) - "Ein Vorstand, der über konkrete Fakten nur verwundert ist und mit Unverständnis reagiert, sollte darüber nachdenken, ob er den richtigen Job hat", so Fritz in einer Reaktion auf die Presseaussendung von Filialnetzvorstand Dr. Götz vom 24. 2. 2009.++++

Der Zentralausschuss in der Post AG hat niemals behauptet, dass es keine einzige defizitäre Filiale gibt. Es geht immer nur um eine Gesamtbetrachtung des gesamten Filialnetzes, nie um einzelne Filialen. Diese Gesamtbetrachtung ist jedoch keine Erfindung der Belegschaftsvertretung. Dr. Herbert Götz selbst ist es, der seit mehr als einem Jahr nichts anderes zu tun hat, als bei jeder Gelegenheit das Filialnetz schlecht zu reden und die Behauptung aufzustellen, dass das gesamte Filialnetz ohne Postamtsschließungen in die Verlustzone rutschen würde.

Filialnetzvorstand Dr. Götz höchstpersönlich war es, der den österreichweiten Postämterkahlschlag mit bis zu 1.000 Postämtern im November 2008 in das Strategiepapier 2015 geschrieben hat. Er hat dabei immer von der Gesamtheit des Filialnetztes gesprochen. Wegen dieser Pläne gab es im Dezember 2008 viele Protestkundgebungen und sogar einen Streiktag der Gewerkschaft. Die Belegschaftsvertretung hat erst aufgrund der Einigung nach den Poststreiks im Dezember 2008, Alternativen zu Postamtsschließung zu suchen, die konkreten Zahlen, Daten und Fakten erhalten.

Ab diesem Zeitpunkt hat der Zentralausschuss begonnen, jedes einzelne der 1.300 Postämter zu analysieren. Die nun vorliegenden Ergebnisse wurden VD Dr. Götz am 24. 2. 2009 übermittelt.

Dass der Vorstand nur mit Verwunderung und ohne Gegenbeweis reagiert, ist für den Postgewerkschaftschef Gerhard Fritz mehr als bedenklich und löst bei Fritz blankes Entsetzen aus.

Für Fritz sind drei Maßnahmen zu ergreifen, um das Filialnetz dauerhaft in der Gewinnzone zu halten: Die Reduktion der Sachkosten sowie die Reduktion der Overheadkosten und eine minimale Ertragssteigerung durch kreative neue Umsatzideen würden einen Quantensprung im Filialnetzergebnis bringen. Damit liegt jetzt eine umsetzbare Alternative zu Postamtsschließungen auf dem Tisch, die alle Standorte sichern und der Post ein positives Betriebsergebnis im Filialnetz bescheren würde.

Sollte der Filialnetzchef VD Götz trotz Kenntnis dieser umsetzbaren Alternativen am kolportierten Postamtsschließungskonzept weiter festhalten, dann kann das nur zwei Gründe haben: Entweder will sich VD Götz die intensive Arbeit warum auch immer ersparen oder VD Götz verfolgt ganz andere Ziele, die wir alle heute noch nicht erkennen. Beides wäre schlimm und für die Bevölkerung wie auch die MitarbeiterInnen inakzeptabel.

ÖGB, 25. Februar 2009 Nr. 95

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Martin Palensky
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