Hohe Lawinengefahr: Vorsicht beim Tourengehen

In vielen Teilen Österreichs besteht Lawinen- und damit Lebensgefahr für Tourengeher und Variantenschifahrer. Optimale Vorbereitung und Ausrüstung sind im Ernstfall lebensrettend.

Wien (OTS) - Nach dem starken Schneefall zieht es viele zum Tourengehen und Variantenschifahren in die unberührten Schneelandschaften. Diese beiden Sportarten abseits der präparierten Pisten sind aber nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern können mit dem Abgang einer Lawine rasch zu lebensgefährlichen Situationen führen. Erst vor wenigen Tag verunglückten zwei Tourengeher in der Steiermark tödlich. In der Wintersaison 2007/08 wurden laut Österreichischem Kuratorium für Alpine Sicherheit 29 Personen durch Lawinenabgänge getötet, 49 Personen wurden verletzt. 64 der insgesamt 78 Personen, die durch Lawinen verletzt oder getötet wurden, waren als Tourengeher oder Variantenschifahrer im freien Gelände unterwegs. "Lawinen können spontan, durch die Belastung von Schifahrern oder durch die Abnahme der Schneefestigkeit bei Temperaturen von Null Grad oder wärmer ausgelöst werden. Für die Einschätzung der Lawinengefahr gibt es aber keine einfache Faustregel. Auch professionelle Tourengeher und Variantenschifahrer können trotz guter Vorbereitung mit Lawinen konfrontiert werden", sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit. Absolut notwendig ist daher eine Notfallausbildung und eine optimale Ausrüstung, um im Notfall Verschüttete rasch zu finden und Hilfe leisten zu können.

Kameradenhilfe innerhalb der ersten 15 Minuten ist entscheidend

Eine der wichtigsten Verhaltensregeln beim Tourengehen und Variantenschifahren lautet: Niemals alleine ins freie Gelände. "Die Überlebenschance für Verschüttete sinkt nach den ersten 15 Minuten drastisch ab. Umso wichtiger ist es, rasch gefunden zu werden und Hilfe von den Kameraden zu erhalten", sagt Dunzendorfer. Bevor man gemeinsam aufbricht, sollte man sich der Mitverantwortung gegenüber den anderen bewusst werden und eine Schulung zu Techniken der Ortung, Bergung, Erstversorgung und Reanimation absolvieren. Im Ernstfall ist man auf das richtige und schnelle Verhalten der Kameraden angewiesen. Weiters muss vor Beginn der Tour einer detaillierten Routenplanung, Wetterberichten und lokalen Lawinenlageberichten ausreichend Zeit gewidmet werden. Ist man nicht sicher, wie die Lawinengefahr einzuschätzen ist, verschiebt man die Tour besser auf einen anderen Zeitpunkt "Im Gelände müssen Wetter, Schnee, Zeitplan und auch die Kräfte der Einzelnen in der Gruppe laufend neu beurteilt werden. Fehleinschätzungen und falscher Ehrgeiz, der von einer Umkehr abhält, können lebensgefährlich sein", warnt Dunzendorfer. Lawinenwarnstufen sind unbedingt zu beachten. Sie geben einen groben Überblick, bei der Planung sollten aber vor allem die örtlichen Gegebenheiten und Warndienste einbezogen werden.

Notfallausrüstung ist der letzte Rettungsanker

Die Standardnotfallausrüstung, wenn man im freien Gelände auf Touren geht, besteht aus mindestens drei Dingen: Einem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), um Verschüttete orten zu können, einer zusammenlegbaren Stabsonde und einer Lawinenschaufel. Vor dem Aufstieg muss das LVS auf seine einwandfreie Funktionstüchtigkeit hin kontrolliert werden. Darüber hinaus ist ein Lawinenairbag empfehlenswert, der die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Träger beim Abgang der Lawine an der Oberfläche bleibt und so leichter gefunden werden kann. Ein Biwaksack bietet Verletzten Kälte-und Nässeschutz, sodass die Zeit bis zum Eintreffen von Rettungskräften so gut wie möglich überstanden werden kann. Auch Erste-Hilfe-Paket und Handy sind unbedingt erforderlich. "Grundsätzlich sollte man sich so vorbereiten und bewegen, dass man gar nicht in die Situation kommt, von der Ausrüstung Gebrauch machen zu müssen. Ohne die richtige Ausrüstung hat man aber bei einem Lawinenabgang kaum eine Chance für eine rechtzeitige Bergung", schließt Dunzendorfer.

Das Internetportal des Österreichischen Lawinen Service (www.lawinen.at ) oder der Tonbanddienst : +43 (0)50536-1588 bieten wertvolle Informationen vor Tourbeginn.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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