Neues Volksblatt: "EU-Adresse" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 25. Februar 2009

Linz (OTS) - Dass Werner Faymann in Sachen EU nichts heilig ist, weiß man seit seinem gemeinsamen Brief mit Alfred Gusenbauer an die Kronenzeitung, der gemeinhin - und zwar auch von Vertretern der SPÖ -als Kniefall vor der EU-kritischen Linie der größten Zeitung des Landes interpretiert wurde. Der vorzeitige Verzicht des SPÖ-Chefs auf einen EU-Kommissarsposten für seine Partei passt in dieses Bild. Wer in Brüssel nichts will (zumindest keinen hochrangigen Posten), kann -ganz Krone-kompatibel - im EU-Wahlkampf getrost die Europa-Kritiker bedienen. Nicht nur das: Man könnte sogar mit dem Finger auf die ÖVP zeigen und ihr Postengeilheit vorwerfen, weil sie einen Vertreter in der Kommission sehr wohl für wichtig hält. Auf der Leserbriefseite von Faymanns Leibblatt wird für diese Argumentation bereits der Boden aufbereitet. Umso bemerkenswerter ist es, dass Faymann jetzt in dieser Sache Wind aus der eigenen Partei entgegenweht. Nach dem Steirer Kurt Flecker äußern auch Harald Ettl, Peter Jankowitsch oder OECD-Botschafter Wolfgang Petritsch Kritik an Faymann. Sie dokumentieren (ebenso wie die Grünen mit der Demontage von Johannes Voggenhuber), dass die ÖVP die einzige Adresse für jene ist, die sich uneingeschränkt zur EU bekennen.

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