Postgewerkschaft kritisiert Postmanagement

Postämterschließungen sind Folge von Missmanagement

Wien (ÖGB/GPF) - Die offenbar geplanten Postämterschließungen sind die Konsequenz schwerer Verfehlungen des Filialnetzmanagements. Dem Zentralausschuss der Österreichischen Post AG liegen Beweise vor, dass Postfilialen seit Jahren mit Kosten belastet werden, für die sie selbst nicht einmal verantwortlich sind. So werden den Postämtern anteilsmäßig z.B. Sachkosten und Overheadkosten angelastet, die teilweise in keinem Verhältnis zu den tatsächlich anfallenden Kosten und dem tatsächlichen Nutzen für die jeweilige Postfiliale stehen.++++

Eine Analyse der uns vorliegenden Filialnetzdeckungsbeitragsrechnung ergibt folgendes Bild. Das gesamte Filialnetz hat einen positiven Deckungsbeitrag. Erst durch Addition der Overhead-Kosten ergibt sich eine negative Deckungsbeitragsrechnung. Knapp 800 Postfilialen werden außerdem überdurchschnittlich hohe Sachkosten zugerechnet. Als Hauptgrund wurden von uns dabei Kosten für unbenützte und leerstehende Räumlich-keiten festgestellt. So werden in einem Fall z.B. seit 18 Jahren Mietkosten bezahlt, die man der Postfiliale hätte ersparen können.

Der für das Filialnetz seit Mai 2004 verantwortliche Vorstandsdirektor Dr. Herbert Götz konnte trotz des Börseganges außerdem bisher keine probaten Wachstumskonzepte für die Postämter präsentieren. Obwohl eine Postdividende in der Höhe von 168 Millionen Euro ausbezahlt wurde, sieht der Postvorstand heute offenbar als einzigen Ausweg nur noch großangelegte Postämterschließungen. Damit steht außer Zweifel, dass die Postführung entweder endgültig gescheitert ist oder bewusst andere Ziele verfolgt.

Tatsächlich muss die Post AG keine der heute 1300 Postfilialen schließen, wenn das Management die von uns bereits geforderten Kostenbereinigungen endlich durchführen würde. Damit könnte die Post das Filialnetz in vollem Umfang aufrecht erhalten, der Bevölkerung ein gesichertes flächendeckendes Netz weiterhin garantieren und den gesetzlich vorgeschriebenen österreichweiten Versorgungsauftrag nachhaltig erfüllen.

ÖGB, 24. Februar 2009 Nr. 92

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Martin Palensky
Zentralausschuss Post AG
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