IT-Branche: GPA-djp bringt Aufsichtsbeschwerde gegen SAP Österreich ein

Künftig soll Elektroindustrie Kollektivvertrag gelten

Wien (GPA-djp/ÖGB) - Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) hat gegen das Unternehmen SAP Österreich GmbH am Standort Wien, Lassallestraße, eine Aufsichtsbeschwerde beim Wirtschaftsministerium gegen die Wirtschaftskammer Wien gemäß dem Wirtschaftskammergesetzes eingebracht. Grund für diese Beschwerde ist eine nach Ansicht der GPA-djp falsche Zuordnung des Unternehmens in den Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT). Tatsächlich übt das Unternehmen industrielle Informationstechnologie-Dienstleistungen im Sinne des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie aus und daher müsse der entsprechende Kollektivvertrag angewendet werden. ++++

Die bestehende Fachverbandszuordnung bringt dem Unternehmen SAP massive Vorteile die zu Lasten der beschäftigten ArbeitnehmerInnen gehen. So ist die gesamte Entgeltgestaltung im IT-Kollektivvertrag, dem die Beschäftigten jetzt unterliegen, wesentlich ungünstiger als jene im Kollektivvertrag für Angestellte der Elektro- und Elektronikindustrie. Weitere Nachteile ergeben sich für die Beschäftigten in den Bereichen Arbeitszeitgestaltung, der Überstundenabgeltung, der Aus- und Weiterbildung, sowie der Anrechnung von Karenzurlauben u.v.m.

Die Tätigkeit des Unternehmens umfasst eindeutig industrielle Informationstechnologie-Dienstleistungen. Die Software des Unternehmens wird nicht für Einzelkunden, sondern überwiegend in Massenproduktion vervielfältigt. Allein schon wegen der Größenordnung liegt hier industrielle Produktion vor.

"Wir werden der überhand nehmenden Tendenz der Kollektivvertragsflucht bzw. falschen kollektivvertraglichen Zuordnung von Unternehmen, besonders im IT-Bereich, nicht mehr tatenlos zusehen. Diese Entwicklungen sind unfair gegenüber den betroffenen ArbeitnehmerInnen stellen aber auch faire Wettbewerbsbedingungen im Wirtschaftsleben insgesamt in Frage. Deshalb sind wir überzeugt, dass die VertreterInnen der Wirtschaftskammer Wien die Beschwerde ernsthaft prüfen werden", so der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, Karl Proyer.

ÖGB, 24. Februar 2009 Nr. 91

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