Industrieforum: Keine Budgetkürzungen bei F+E!

Unternehmen benötigen Förderungen als Maßnahmen zur Abfederung der Finanzmarktkrise

Wien (PWK136) - "Österreichs Industrie hat 2008 rund drei Mrd.
Euro in Forschungsausgaben investiert und trägt damit nahezu die Hälfte der F+E-Aufwendungen in Österreich. Auch in diesem Jahr hoffen wir, dass wir trotz der Krise dieses Niveau halten können, denn die Unternehmen benötigen F+E-Förderungen als Maßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlich schwierigen Situation", betonte heute, Dienstag, der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie, Manfred Engelmann, im Rahmen des Industrieforum-Pressegesprächs. Betrachte man etwa den automotiven Bereich könnte hier mit einer F+E-Schwerpunktsetzung die Basis für die Zukunft geschaffen werden.Um planbare Rahmenbedingungen für die Unternehmen zu schaffen, muss aber nicht nur kurzfristig ausreichend Geld für Förderungen zur Verfügung gestellt werden, sondern die Politik auch einen längerfristigen Budgetpfad verbindlich festlegen.

Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) betonte die Bedeutung der betrieblichen Umweltförderung, eine Schiene der KPC. "Nach permanent deutlichen Antragszuwächsen war im Jahr 2008 mit einem neuerlichen Anstieg um 67 % gegenüber 2007 eine besonders hohe Nachfrage nach Förderungsmitteln der Umweltförderung im Inland zu verzeichnen", so Sagmeister. Allein 2008 konnten mit einem Zusagerahmen von 90,2 Millionen Euro 2.607 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 404 Millionen Euro gefördert werden. Dadurch wurden rund 4.500 Arbeitsplätze geschaffen. "Weit umfangreicher sind natürlich die Bestrebungen des Umweltministeriums im Bereich der gesamten Umweltförderungen des Bundes. In der Wasserwirtschaft, der Umweltförderung im In- und Ausland sowie in der Altlastensanierung und -sicherung wurden im vergangenen Jahr insgesamt an die 5.500 Projekte genehmigt. Deren Umsetzung wirkt sich nicht nur auf die Umwelt positiv aus, sondern umfasst gleichzeitig einen bedeutenden Wertschöpfungseffekt hinsichtlich Beschäftigungsverhältnissen in einer Größenordnung von rund 15.000 Arbeitsplätzen", so Sagmeister.

Die zuletzt stark gestiegene Zahl an Projektanträgen, die bei der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eingegangen sind und dem Beirat der FFG-Basisprogramme zur Entscheidung vorgelegt wurden, bestätigen, dass Österreichs innovative Unternehmen der Krise aktiv und mit verstärkten Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung begegnen. "Anstatt die Krise durchzutauchen, verfolgt die Wirtschaft eine offensive, zukunftsgerichtete Strategie", unterstreicht FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner. Mit 238 Projektanträgen (plus 14,4 Prozent) und einer beantragten Fördersumme von 98,4 Millionen Euro (plus 41 Prozent) in der ersten Beiratssitzung der Basisprogramme im Jahr 2009 zeigt sich Österreichs Wirtschaft gerade in der Wirtschafts- und Finanzkrise höchst aktiv in Sachen Forschung und Entwicklung.

2008 hat die FFG mehr als 2.000 Unternehmen gefördert und dabei rund 585 Millionen Euro an Förderzusagen vergeben. Die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten durch die FFG unterstützt die rasche Umsetzung neuer Ideen in Produkte und Dienstleistungen und führt damit zu einer nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherung von Arbeitsplätzen. Das zeigt die aktuelle Evaluierung des Bereichs Basisprogramme der FFG durch die KMU Forschung Austria. Demnach hat ein investierter Förder-Euro (Barwert) seither 26,1 Euro zusätzliche Umsätze bzw. Lizenzerlöse bewirkt (der so genannte Forschungsmultiplikator). Der Arbeitsmarkteffekt durch die Verwertung der geförderten Projekte beträgt rund 7.000 Arbeitsplätze, davon konnten rund 5.000 gesichert und rund 2.000 neu geschaffen werden.

Die Austria Wirtschaftsservice (aws) ist die zentrale Abwicklungsstelle für die unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung in Österreich. In einem "normalen" Jahr vergibt die aws rund eine Milliarde Euro an Fördermittel, das potenzielle Fördervolumen im laufenden Jahr beträgt mehr als drei Milliarden Euro. Das erp-Jahresprogramm wurde für 2009 und 2010 auf 600 Millionen Euro pro Jahr ausgeweitet. Dies entspricht einer Erhöhung von 200 Millionen Euro gegenüber einem durchschnittlichen Jahr. Der Haftungsrahmen wurde um rund 2,3 auf 5,225 Milliarden Euro erhöht, um diesen Rahmen auch ausnützen zu können, werden gegenwärtig - in Abstimmung mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium - die Vergaberichtlinien adaptiert. Komplett neu geschaffen wird ein Mittelstandsfonds. "Ebenfalls neu ist die Möglichkeit der Direktvergabe von Krediten", berichtet aws-Geschäftsführer Johann Moser: "Diese werden zu kommerziellen Bedingungen vergeben und stehen vor allem für den F&E-Bereich zur Verfügung. Unser Ziel ist es, im Jahr 2009 rund 200 Millionen Euro an Krediten zu vergeben."

Die zusätzlichen Mittel sind notwendig, damit Unternehmen ausreichend auf die neuen Herausforderungen vorbereiten können. "Die Unternehmen, die dies schaffen, werden in der kommenden Aufschwungperiode zu den Gewinnern zählen", ist Moser überzeugt. Aus heutiger Sicht geht der aws-Geschäftsführer davon aus, dass die vorhandenen Mittel ausreichend sind, um die hohe Nachfrage der Unternehmen nach Förderungen befriedigen zu können.

Vor dem Hintergrund der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Finanzkrise ist eine stabile Kapitalstruktur die Grundlage für die Zukunftssicherung von Unternehmen. Investitionsförderungen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen, zinsgünstigen Krediten und Haftungen reduzieren die Finanzierungskosten von Unternehmen beziehungsweise minimieren das Risiko. Reinhard Hönig, Bereichsleiter Corporates der Investkredit Bank AG: "Die Herausforderung besteht darin, Investitionen -entsprechend der Förderrichtlinien - zu argumentierbaren Projekten zu bündeln, die passenden Förderaktionen auf Bundes- und Länderebene zu kombinieren und diese in die Finanzierung des Projektes zu integrieren."

Um Unternehmen einen Überblick über verfügbare Förderungen zu erleichtern, hat die Investkredit mehr als 100 Förderprogramme für Unternehmen in einer einheitlichen One-Page-Systematik ausgewertet und auf ihrer Website (www.investkredit.at) als Förderdatenbank aktuell verfügbar gemacht. Ordnungslogik sind die EU-Schwerpunkte. Unternehmen ist zu empfehlen, möglich frühzeitig mit der Hausbank oder den Förderstellen in Kontakt zu treten, da Förderanträge immer vor Projektbeginn zu stellen sind. Ein wichtiger Hinweis des Investkredit-Experten an die Unternehmen: "Die Qualität der Aufbereitung des Förderantrags beschleunigt die Entscheidung deutlich." (us)

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