Ellensohn zu Deserteursausstellung: "Wo bleibt die Unterstützung für die Opfer der NS-Militärjustiz?"

Antrag der Grünen Wien auf Förderung der Deserteursausstellung in rot-blauer Eintracht abgeschmettert

Wien (OTS) - "Lippenbekenntnisse bringen uns nicht weiter", kritisiert der Stadtrat der Grünen, David Ellensohn, die Weigerung der SPÖ im gestrigen Gemeinderat, dem Antrag der Grünen Wien auf Förderung der Ausstellung "Was damals Recht war - Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht" zuzustimmen. Diese Ausstellung, gestaltet von der Berliner Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, ist seit Juni 2007 mit großem Erfolg in deutschen Städten zu sehen. "Nun soll die Eröffnung in Wien am 1. September 2009, dem 70. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs, stattfinden. Davor muss die Ausstellung jedoch noch österreichspezifisch adaptiert werden. Die Zeit drängt also, aber die Stadt Wien ziert sich und setzt auf altbekannte Verzögerungstaktiken", so Ellensohn.

"Inhaltlich ist diese Haltung nicht nachvollziehbar, zumal ja auch die Wiener SPÖ unablässig betont, wie sehr ihr die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure am Herzen liegt", so Ellensohn. Noch im April 2008 habe Kulturstadtrat Mailath-Pokorny gegenüber der "Presse" erklärt, dass man sich der Förderung der Ausstellung "sicher nicht verweigern" werde.

"Übrig bleibt eine verheerende Optik: SP und FP stimmen gemeinsam gegen die finanzielle Förderung einer Ausstellung, die sich mit den Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern befasst, eine der letzten vergessenen Opfergruppen des Nationalsozialismus", betont Ellensohn. "Man fragt sich schon, welche Klientel die SPÖ mit dieser Haltung bedienen will. Rot-blaue Töne sind wir aus dem Salzburger und Kärntner Wahlkampf gewohnt. Schade, dass bei der Deserteurs-Ausstellung die Wiener SPÖ mit der Wiener FPÖ Hand in Hand marschiert." Trotzdem besteht noch Hoffnung: "Die Wiener SPÖ hat gestern 100.000 Euro für den weithin unbekannten Verein "Freunde des Militärkommandos Wien" beschlossen (seit 2005 jährlich 20.000 Euro). Wenn sich die konstruktiven Kräfte durchsetzen, werden sich für die Deserteurs-Ausstellung 60.000 Euro finden lassen" zeigt sich Ellensohn optimistisch.

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